Ein Badeanzug liegt auf einer Mauer

Debatte über "oben ohne" in Schwimmbädern

Meinung: Die Brust einer Frau gehört ihr

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Martin Rupps
Martin Rupps

Der Mainzer Stadtrat diskutiert über "oben ohne" in Schwimmbädern. Dieses Recht auch für Frauen macht Deutschland moderner, meint Martin Rupps.

Im Mainzer Stadtrat steht am Mittwoch das Thema "oben ohne" auf der Tagesordnung. Die Stadtratsfraktion Piraten & Volt hatte den Antrag gestellt, dass auch Frauen mit freiem Oberkörper schwimmen dürfen. Ihr Argument: Das Recht, über diese Frage selbst zu entscheiden, schaffe mehr Gleichberechtigung für Frauen.

Martin Rupps
Die Meinung von Martin Rupps

Ich bekenne, ich bin für diese Selbstbestimmung - "typisch Mann!" mögen Sie jetzt denken. Allerdings gibt es, glaube ich, triftige Argumente, die mit meinem Geschlecht nichts zu tun haben.

Eine "oben ohne"-Erlaubnis für Frauen in Schwimmbädern scheiterte bis jetzt an der christlichen Moral. Diese Moral kann nach meinem Dafürhalten in einem Land, wo die Mehrheit der Menschen weder der römisch-katholischen noch der evangelischen Konfession angehört, nicht mehr die leitende sein. Als gemeinsamer Wertekanon steht das Grundgesetz zur Verfügung. Es garantiert jedem Menschen das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit - soweit dieses Recht nicht die Rechte anderer verletzt oder gegen das Sittengesetz verstößt.

"Oben ohne" im Schwimmbad mögen Dritte für moralisch oder religiös anstößig halten, doch werden Rechte nicht verletzt. Es liegt, meine ich, auch kein Verstoß gegen das Sittengesetz vor, im Gegenteil: Die neue Badekultur folgt der Entwicklung der Sitten hin zu mehr Toleranz.

Mainz

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Ich freue mich über jeden Stadtrat in Deutschland, der ein "Oben ohne" in Bädern erlaubt. Ein starkes Signal in einer Zeit, da in den USA das Recht auf Abtreibung in Frage steht oder in Indonesien außerehelicher Sex verboten wurde. Ich bin glücklich in einem Land, das seine Freiheitsräume nicht enger, sondern weiter macht.

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