Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Bundesinnenministerin für volle Vorratskammern

Meinung: Nancy Faeser – die erste Bundeshamsterministerin

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Mit ihrem Vorschlag, Lebensmittel für zehn Tage auf Vorrat zu legen, will Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) Aufmerksamkeit hamstern, meint Martin Rupps.

In meinem Keller liegen unter anderem Stofftiere vom kleinen Martin, Sommer- bzw. Winterklamotten und zwei kaputte Videorekorder. Geht es nach Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), kommen demnächst rohe Nudeln und Konserven mit Sauerkraut oder Bohnen hinzu. Die Bundesministerin rät wegen des Ukraine-Kriegs, der eine Energiekrise auslösen könnte, zu einem Lebensmittelvorrat für zehn Tage. Ursprünglich kommt diese Empfehlung – ausgesprochen lange vor der Corona-Pandemie - vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

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Der Zeitpunkt für Faesers Vorstoß ist großartig gewählt. Im Supermarkt gibt es zurzeit – wenn überhaupt – nur eine Flasche Sonnenblumenöl pro Kopf. Wie eine Packung Mehl aussieht, habe ich längst vergessen. Zum Glück kann man sich auch mit Sauerkraut und Rotkohl gut durch zehn Tage mampfen. Allerdings ist der dabei entstehende Ausstoß von Gasen ökologisch bedenklich.

Ich habe die Bundesinnenministerin im Verdacht, dass ihr der Zeitpunkt ihres Hamsteraufrufs schnurzpiepegal ist – Hauptsache, sie stößt einmal eine Debatte an und kommt in die Schlagzeilen. Nancy Faeser gehört in meiner Wahrnehmung zu den unauffälligen Frauen und Männern im Bundeskabinett. Da wurde es Zeit für einen steilen Spruch!

Empfehlung in der Sache übertrieben

In der Sache erscheint mir die Empfehlung stark übertrieben. Ein Deutschland, das zehn Tage keinen Strom hat, steckt in einer schweren Krise. Da geht nichts mit Trockenpflaumen. Ein Vorrat ist vernünftig, wenn man auf einer Hallig lebt oder in einem Bergdorf. In Stuttgart oder Mainz bedienen Keller voller Konserven allein den Überlebensinstinkt. Auf ihn zielte auch Nancy Faeser, die erste Bundeshamsterministerin.

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