Luftaufnahme eines Wohnblocks: Hier wohnen 21 Parteien.Viele Hände - schnelles Ende: Die große Kehrwoche in diesem Wohnblock in Ulm-Wiblingen machen die Mieter selbst. Gemeinsam. Der Vorteil: Man ist schneller fertig und hat im Anschluss noch Zeit zum Kaffeetrinken. Gemeinsam.

Mieter machen Großputz

Kampf um die Kehrwoche in Ulmer Wohnblock

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Frank Wiesner
Frank Wiesner

Fegen, wischen, wienern - Hausarbeiten, die viele Menschen nicht gerne machen. In Ulm aber hat sich eine Hausgemeinschaft das nicht nehmen lassen - und einen Event daraus gemacht.

Gemeinsam den Wohnblock auf Vordermann bringen, daran haben Mieterinnen und Mieter in der Johannes-Palm-Strasse 87 in Ulm Spaß. Sie haben für ihre Kehrwoche gekämpft und den Kampf gewonnen. Jetzt putzen sie - mit viel Spaß - gemeinsam. Aber eigentlich steckt dahinter sozusagen ein Akt der Rebellion.

Kampf um Kehrwoche in Wohnblock in Ulm

Wenn Hans-Peter Zagermann zum Großputz im Wohnblock ruft, dann kommen die Mieter des 21-Parteien-Hauses in Ulm-Wiblingen gerne. Schließlich haben sie dafür gekämpft, dass sie ihre große Kehrwoche selbst machen dürfen.

Beherzt greifen sie zu den "Waffen", um gemeinsam mit Eimer, Schrubber und Besen in allen Ecken des Wohnblocks dem Dreck den Kampf anzusagen. Hans-Peter Zagermann, sozusagen ehrenamtlicher Hausmeister und im Wohnblock Ansprechpartner in vielen Lebenslagen für die Mieter, organisiert den Putztag.

Menschen greifen nach an einer Hauswand stehenden Besen und Rechen. Rebellion mit Besenstil: Die Mieter und Mieterinnen in der Johannes-Palm-Straße 87 in Ulm greifen beherzt zu den "Waffen". Sie haben den Kampf um ihre Kehrwoche gewonnen, putzen jetzt weiter selbst und sparen sich dabei das Geld für einen externen Reinigungsservice.
Rebellion mit Besenstil: Die Mieter und Mieterinnen in der Johannes-Palm-Straße 87 in Ulm greifen beherzt zu den "Waffen". Sie haben den Kampf um ihre Kehrwoche gewonnen, putzen jetzt weiter selbst und sparen sich dabei das Geld für einen externen Reinigungsservice.

Gemeinsam putzen und sparen

Die Gemeinschafts-Putzaktion hat einen ernsten Hintergrund: Die Eigentümer wollten einen externen Dienstleister beauftragen, für die Kehrwoche - und die Kosten an die Mieterinnen und Mieter weitergeben. "Nicht mit uns", haben die sich unter Federführung von Hans-Peter Zagermann gesagt. "Das Geld sparen wir." Jetzt müssen sie nichts zahlen, aber putzen. 

"Bei uns steht in den Mietverträgen noch drin, dass wir die Kehrwoche - die kleine und die große - selber machen; und den Winterdienst. Und das müssten sie ja dann erstmal mit uns vereinbaren, dass das aus dem Mietvertrag rausgenommen wird.

Mann lacht beim Kehren auf einem Parkplatz. Hat sichtlich Spaß bei der Kehrwoche: Hans-Peter Zagermann, Hausbewohner und Initiator des Kampfs für die Kehrwoche und die gemeinsame Großputzaktion.
Hat sichtlich Spaß bei der Kehrwoche: Hans-Peter Zagermann, Hausbewohner und Initiator des Kampfs für die Kehrwoche und die gemeinsame Großputzaktion.

Gemeinschaftsgefühl - auch der älteste Mieter kehrt mit

Also einigten sich die Hausverwaltung und die Mieter darauf, dass sie ihre Kehrwoche selbst machen können. So sparen sie Geld beim Saubermachen. Wahrscheinlich mit ein Grund, warum sie Spaß an ihrer Aktion haben. Ein anderer, ist das Gemeinschaftsgefühl, das bei der Aktion entsteht. Sogar der älteste Mieter des Hauses, holt den Besen aus dem Schrank - und wird Teil des Teams.

Außerdem glaubt die Mieter-Putz-Gemeinschaft, dass sie mit mehr Hingabe und Gründlichkeit ans Werk geht, als bezahlte Putz-Legionäre, die nur antreten, um Geld zu verdienen. Die Bewohnerinnen und Bewohner kämpfen in erster Linie gegen den Schmutz, damit ihr Lebensraum sauber bleibt.

"Ja, wenn ich alleine rumputzen muss, ist es auch nicht so schön (...) Ich habe Zeit. Das Wetter ist schön. Die Leute sind nett. Dann mache ich mit."

Erst Kehrwoche - dann Kaffee

Insgesamt dreieinhalb Stunden dauert die Aktion - und dann kommt der wirklich wichtige Teil des Tages. Statt gemeinsam Putzen heißt es jetzt: Gemeinsam Kaffee trinken. Und im frisch gekehrten Eingangsbereich sitzen dann alle zusammen.

Mehrere Nationen sind beieinander, von verschiedenen Kontinenten. Sie sprechen unterschiedlich gut Deutsch und wenn es in Deutsch nicht klappt, schaltet man schnell auf Englisch um.  

Fröhliche Kaffee-Runde auf Bierbänken vor einem Wohnblock. Erst Kehrwoche - dann Kaffee: Nach getaner Arbeit sitzen die Mieterinnen und Mieter vor ihrem sauberen Wohnblock in Ulm noch gemütlich zusammen.
Erst Kehrwoche - dann Kaffee: Nach getaner Arbeit sitzen die Mieterinnen und Mieter vor ihrem sauberen Wohnblock in Ulm noch gemütlich zusammen.

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