Der Eingang Filialie in Heidenheim des Ramaustatters TTL. Am Donnerstagnachmittag war die Filiale geschlossen.

Stuttgarter Rechtsanwalt übernimmt

Insolvenzverwalter ernannt: Betrieb von Raumaustatter TTL soll weiterlaufen

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Dennis Bechtold
SWR-Aktuell Redakteur Dennis Bechtold

Der Stuttgarter Rechtsanwalt Steffen Beck ist der vorläufige Insolvenzverwalter für TTL OP. Der Raumausstatter mit Sitz in Heidenheim hatte am Donnerstag einen Insolvenzantrag gestellt.

Für den in Schieflage geratenen Raumaustatter TTL OP aus Heidenheim wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter ernannt. Mit Steffen Beck übernimmt ein Stuttgarter Rechtsanwalt, der zum Sanierungsspezialisten PLUTA gehört. Er will nun klären, wie es mit dem Unternehmen weiter gehen soll.

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Geschäftsbetrieb von TTL OP soll weitergeführt werden

Steffen Beck prüft nun mit seinem Team die aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Situation bei TTL OP. Zudem wolle er Gespräche mit Lieferanten, Vermietern und Geschäftspartnern führen, heißt es in einer Mitteilung von PLUTA. "Der Geschäftsbetrieb soll unterdessen weitergeführt werden", erklärt Beck. Es gelte nun, "mögliche Optionen für die Zukunft zu analysieren."

Portraitfoto von Steffen Beck. Der Stuttgarter Rechtsanwalt wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter für den Raumaustatter TTL OP mit Sitz in Heidenheim ernannt.
Der Stuttgarter Rechtsanwalt Steffen Beck wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter für den Raumaustatter TTL OP ernannt.

Die Gehälter für die rund 400 Mitarbeiter seien drei Monate lang über das Insolvenzgeld gesichert. Beck prüfe nun gemeinsam mit seinem Team und der Bundesagentur für Arbeit, wie das Insolvenzgeld finanziert werden kann. Unklar ist zudem noch, welche der 27 Filialen geöffnet bleiben können, damit Kunden normal einkaufen und alle Serviceleistungen in Anspruch nehmen können.

Raumaustatter meldete am Donnerstag Insolvenz an

Am Donnerstagmorgen ging beim Amtsgericht Aalen ein Insolvenzantrag des Raumaustatters TTL OP ein. Zuvor klagten Beschäftigte über ausbleibende Löhne seit Dezember. Filialen blieben zu, Kunden warteten vergeblich auf Ware. Der Geschäftsführer, der das Heidenheimer Unternehmen erst im Sommer vergangenen Jahres übernommen hatte, war nicht zu erreichen.

Das Polizeipräsidium Ulm hat ein Strafverfahren gegen ein Heidenheimer Unternehmen eingeleitet. Ob es sich dabei um TTL OP handelt, wollten sie nach wie vor nicht bestätigen. Auch nicht, ob es sich bei den Ermittlungen um den Strafbestand des Betruges oder der Insolvenzverschleppung handelt.

Die Zentrale von TTL OP in Heidenheim. Sie liegt direkt neben der Filiale und war am Donnerstagmittag nicht besetzt.
An der Zentrale direkt neben der Heidenheimer Filiale war am Donnerstagmittag niemand anzutreffen.

TTL OP betreibt derzeit 27 Filialen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Darunter in Heidenheim, Ellwangen, Aalen, Dillingen, Schwäbisch Gmünd, Ulm, Neu-Ulm und Biberach.

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