Polizei (Foto: Ralf Zwiebler)

Tatverdächtiger im Krankenhaus vernommen

Messerangriff in Illerkirchberg: Haftbefehl gegen Tatverdächtigen

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Nach dem tödlichen Messerangriff in Illerkirchberg erging gegen den Tatverdächtigen jetzt ein Haftbefehl. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag mit.

Der verletzte Tatverdächtige, ein 27-Jähriger aus Eritrea, befindet sich derzeit in einem Justizvollzugskrankenhaus. Dort suchte ihn am Dienstag die zuständige Richterin auf. Er macht zu der Tat keine Angaben. Aufgrund des dringenden Verdachts gegen den 27-Jährigen erließ die Richterin auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm einen Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes.

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Der Mann soll am Montag zwei Mädchen auf dem Schulweg angegriffen und schwer verletzt haben - vermutlich mit einem Messer. Eines der Opfer, ein 14-jähriges Mädchen, starb später in der Klinik. Laut Obduktionsergebnis ist sie infolge der Stichverletzungen verblutet.

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Zweites Opfer ebenfalls schwer verletzt

Das andere Opfer, eine 13-Jährige, sei medizinisch versorgt worden. Das Mädchen sei so schwer verletzt worden, dass in seinem Fall der Verdacht des versuchten Mordes im Raum stehe. Auch die psychische Verfassung des Mädchens sei schwierig, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es habe zwischenzeitlich erfahren, dass seine Freundin getötet wurde.

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Hinweise auf eine politische oder religiöse Motivation gebe es nicht, sagte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) bei einem Besuch am Tatort.

Zum möglichen Motiv des Tatverdächtigen gibt es bislang keine Erkenntnisse, teilte die Polizei mit. Ein Messer sei als mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt worden und werde nun untersucht. Im Mittelpunkt der polizeilichen Ermittlungen steht die Auswertung der Spuren und die Frage, ob sich der Mann und die beiden Mädchen zuvor gekannt haben.

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Zwei weitere Männer wieder auf freiem Fuß

Die zwei Männer, die neben dem mutmaßlichen Tatverdächtigen am Montag festgenommen wurden, sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm am Dienstag. Der Verdacht gegen die beiden Männer habe sich nicht erhärtet, so dass man sie wieder auf freien Fuß habe setzen können.

Kirchen luden zum Gedenkgottesdienst

Nach dem tödlichen Angriff in Illerkirchberg haben auch die christlichen Kirchen in dem Ort nahe Ulm für Dienstagabend zum Trauern eingeladen. Der Gedenkgottesdienst fand in der Kirche St. Sebastian in Oberkirchberg statt. Mehr als 300 Menschen nahmen nach SWR-Informationen daran teil - unter ihnen viele Schülerinnen, Schüler und Mitglieder der alevitischen Gemeinschaft.

Die Menschen seien dazu eingeladen worden, so lange zu bleiben, wie sie wollen, so Pfarrer Andreas Wündisch. Der Gottesdienst und die Kirche sollten Raum für gemeinsames Trauern sein, um Gefühle zu spüren und zuzulassen. Auch nach dem Gottesdienst kamen viele Menschen zur Kirche und trösteten sich gegenseitig.

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Ein wichtiges Zeichen, so der evangelische Pfarrer Andreas Wündisch: "Es ist wichtig, dass Menschen zusammen stehen - egal welchen Glaubens, oder auch ganz ohne Glaube. Ich bin dankbar, dass es diesen Raum gibt, wo wir die Trauer miteinander zeigen."

Nach SWR-Informationen wird das getötete Mädchen voraussichtlich am Mittwoch beigesetzt.

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Bereits 2019 war Illerkirchberg Tatort

Im Jahr 2019 stand die Gemeinde Illerkirchberg schon einmal unter Schock wegen einer Straftat. Auch damals war das Opfer eine 14-Jährige, die von vier Männern vergewaltigt wurde. Auch damals spielte eine Asylbewerberunterkunft eine Rolle - allerdings nicht dieselbe, vor der sich am Montag die Messerattacke ereignete. Der Prozess in diesem Fall fand im Frühjahr vergangenen Jahres statt. Die Täter wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Männer im Alter von 15 bis 26 Jahren das Mädchen in der Halloween-Nacht 2019 mehrfach vergewaltigt hatten. Sie hatten die 14-Jährige, die bereits angetrunken war, zuvor in Ulm angesprochen und sie dann mitgenommen in eine rund zehn Kilometer entfernte Asylbewerberunterkunft in Illerkirchberg. Dort haben die Täter dem Mädchen Betäubungsmittel verabreicht.

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