Uli Keuler und Markus Beschorner (Foto: SWR, Peter Binder)

Meister des geistreichen Blödsinns

Kabarettist Uli Keuler aus Kusterdingen feierte 70. Geburtstag

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Ein Stuhl, ein Mann und schwäbischer Humor mit Hirn: Uli Keuler hat als Kabarettist die Mundart im Land geprägt wie kaum ein anderer. Samstag hat er seinen 70. Geburtstag gefeiert.

Hintersinnig, überraschend – jedes Wort überlegt und zielsicher. Am Samstag wurde Keuler 70 Jahre alt. In Wendlingen (Kreis Esslingen) ist er aufgewachsen. Er wohnt in Kusterdingen-Mähringen bei Tübingen. Uli Keuler bezeichnet sich selbst als Humoristen-Rentner, ist aber immer noch ein Meister des geistreichen Blödsinns.

Keulers legendäre Sketche

Seit rund fünf Jahrzehnten ist Keuler als schwäbischer Kabarettist im Land unterwegs. Mit wenig Bühnendeko, nur einem Stuhl und einem Mikrofon, bringt er auch große Hallen zum Lachen.

Legendär ist sein Sketch mit dem Mann, der durch den Wald geht, "Goht a Ma durch de Wald". Seit 35 Jahren spielt ihn Keuler am Schluss seines Programms. Kultstatus bei den Fans hat auch der Sketch "Die Geli", den er seit über 25 Jahren aber überhaupt nicht mehr spielt, wie Uli Keuler bei seinem Besuch im SWR Studio Tübingen erzählt.

Uli Keuler: „Das Ding war einfach zu bekannt.“ 

Der Sketch sei aus dem Programm herausgewachsen und passe nicht mehr in die Zeit, sagte der schwäbische Kabarettist. Zudem kenne das Publikum den Sketch zu gut. Bei seinen Auftritten hätten manche Zuschauer die Pointe schon vorher in den Saal gerufen. Für all jene, die das Programm nicht kennen, mache das keinen Spaß, so Keuler.

Karriere begann als Zauberer

Erste Bühnenerfahrung machte Uli Keuler mit 15 Jahren als Zauberer. Bis Anfang der 1970er-Jahre war er im Magischen Zirkel in Stuttgart. Schon während dieser Zeit verkleidete er sich gerne und erzählte Geschichten, doch anfangs ohne Erfolg beim Publikum: "Da kam keine Reaktion und da habe ich in meiner Verzweiflung irgendwann etwas auf Schwäbisch gemacht." Das kam an.

Später in Berlin, zu Beginn seiner Kabarett-Karriere, war aber noch nicht klar, dass er mal mit seinem Heimatdialekt Erfolg haben würde. Mit hochdeutschen Texten zog Keuler von Club zu Club und trat für 20 bis 50 D-Mark auf. Irgendwann habe er aus Verzweiflung Programm auf Schwäbisch gemacht, sagte Keuler im SWR Interview. Das sei so gut angekommen, dass er sich dann ganz umgestellt habe. 

Sebastian-Blau-Ehrenpreis für Keuler

In fast fünf Jahrzehnten ist Keuler mit seinen Programmen zu einem unverwechselbaren Markenzeichen intelligenten schwäbischen Humors geworden, so beschreibt der Verein "schwäbische mund.art" das Schaffen des Kabarettisten. Dafür bekam er 2021 den Sebastian-Blau-Ehrenpreis. Eine Auszeichnung, die der Verein nur alle vier Jahre an Persönlichkeiten für ihr Lebenswerk vergibt.

Keuler hat Rhetorik, Germanistik und Empirische Kulturwissenschaften in Tübingen studiert. Für seine Promotion über das Komiker-Duo Häberle und Pfleiderer hat er den Doktortitel bekommen. Und wenn der Komiker nicht gerade auf der Bühne ist, verbringt er seine Zeit in Tübingen und am Bodensee.

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