Großer Schuttberg nach dem Brand beim Reifenhändler Göggel in Gammertingen (Foto: SWR)

Erste Ermittlungsergebnisse

Staatsanwaltschaft zum Großbrand in Gammertingen: Feuerwerk war wohl Ursache

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Ein Feuerwerk war wohl Ursache für den Großbrand in Gammertingen. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ergebnisse gibt es auch bei der Analyse der Rußpartikel.

Das Gutachten zum Großbrand auf dem Gelände eines Reifenhändlers in Gammertingen (Kreis Sigmaringen) steht zwar noch aus, doch Staatsanwaltschaft und Polizei haben erste Erkenntnisse veröffentlicht. Demnach sei das Feuer an mindestens drei voneinander unabhängigen Stellen ausgebrochen, so die Staatsanwaltschaft Hechingen und die Ravensburger Polizei. Das hätten Fotos, Videoaufnahmen und Zeugenaussagen gezeigt. Ob es durch fahrlässiges Verhalten oder durch unglückliche Umstände zu dem Brand kam, ist noch offen.

Strafanzeige gegen Gammertinger Bürgermeister

Die Staatsanwaltschaft prüft unter anderem eine Strafanzeige gegen den Gammertinger Bürgermeister Holger Jerg, der das Feuerwerk auf dem Gelände zugelassen hat. Gegenüber dem SWR sagte Jerg, dass das Feuerwerk nicht genehmigungspflichtig war, dass die Stadt aber Auflagen gemacht habe. Das Feuerwerk wurde bei einer Hochzeitsfeier auf dem Firmengelände gezündet.

Landratsamt Sigmaringen: Rußpartikel sind nicht gesundheitsschädlich

Die Rußpartikel, die sich nach dem Feuer auf Boden, Gemüse und Obst gesetzt hatten, sind für Mensch, Tier und Pflanzenwelt nicht schädlich, teilte das Landratsamt Sigmaringen mit. Die Proben, die außerhalb des Firmengeländes in Gammertingen genommen wurden, seien unauffällig. Die untersuchten Schadstoffe wie Schwermetalle und Dioxine ließen sich demnach teils gar nicht nachweisen oder lägen weit unter den Grenzwerten.

Gemüse und Obst waschen reicht aus

Gemüse und Obst aus dem Garten sollte man dennoch gut waschen, rät die Behörde. Dann könne man es wieder bedenkenlos essen. Auch außerhalb Gammertingens liegen die Werte weit unter den Grenzwert, so das Landratsamt. Vorsichtshalber habe man zudem Trink- und Löschwasser untersucht. Auch da sei alles unauffällig. Nur der Brandort selbst sei erwartungsgemäß mit einzelnen Schadstoffen belastet. Diese werden laut Landratsamt mit dem Brandschutt fachgerecht entsorgt.

Über 400 Rettungskräfte im Einsatz

Bei dem Großbrand auf dem Gelände des Reifengroßhändlers in Gammertingen am 23. Juli waren fünf Menschen leicht verletzt worden. Vier von ihnen kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Eine weitere Person hatte bei einem Sturz eine Platzwunde erlitten. Laut Polizei waren in der Nacht 380 Feuerwehrleute, der Rettungsdienst mit 40 Personen, fünf Notfallseelsorger und zwei Streifen der Polizei im Einsatz.

Das Feuer war offenbar kurz nach 23 Uhr in einer Lager- und Werkzeughalle ausgebrochen. Dann griffen die Flammen auf ein benachbartes Bürogebäude und Metallkörbe über, in denen neue Autoreifen gelagert wurden. Ganz gelöscht war das Feuer erst vier Tage später.

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SWR