Das braune Wasser sammelt sich in den Becken der Kläranlage in Sigmaringen. Überall hört man es plätschern. Ab und zu brummt eine Pumpe. Azubi Elias Sichler lehnt am Geländer und schaut zu, wie das Wasser Blasen wirft. Dieses Wasserbecken ist sein Lieblingsort auf der Sigmaringer Kläranlage. Hier riecht das Wasser noch ein wenig abgestanden, aber das stört Elias nicht. Er fühlt sich wohl, wenn es unter ihm rauscht und blubbert.
Elias ist 21 Jahre alt, kommt aus Riedlingen (Kreis Biberach) und macht eine Ausbildung zum Umwelttechnologen. Seit zwei Jahren arbeitet er bei der Kläranlage in Sigmaringen. Ob Duschwasser, Toilettenspülung oder Industrieabfluss: In der Kläranlage läuft das schmutzige Wasser hektoliterweise zusammen. Gemeinsam mit seinen Kollegen kümmert Elias sich darum, dass es gereinigt wird und sauber in die benachbarte Donau fließt.
Arbeit in der Kläranlage: Mix aus Chemie und Handwerk
Dazu geht es jeden Morgen erst einmal ins Labor. Elias muss täglich die Wasserproben unter das Mikroskop legen und prüfen. Wichtig ist, dass keine Stoffe auftreten, die der Umwelt schaden. Verschmutztes Wasser kann für Fische und Pflanzen gefährlich werden, im Extremfall auch Menschen schaden. Gleichzeitig hält Elias auch die Technik im Blick. Wenn etwa eine Pumpe oder ein Reinigungsgerät ausfällt, muss er es auseinanderbauen und reparieren. "Am Ende muss hier einfach alles laufen", sagt er.

Wettbewerb rund um das Abwasser
Forschen im Labor und werkeln an den Maschinen - das reizt ihn an seinem Job. So sehr, dass er mit seinem Beruf bei Wettbewerben antritt. Ein Lehrer hat Elias dazu angeregt. Wahrscheinlich, weil er in der Berufsschule ein bisschen unterfordert gewirkt habe, sagt er.
Seit vergangenem Oktober trainiert Elias Sichler für die "Water Skills", dem Berufswettbewerb für Abwassertechnik. Dort stellen die Teilnehmer ihr Fachwissen auf die Probe. Sie müssen etwa eine Mini-Wasseranlage zum Laufen bringen oder Geräte in kurzer Zeit reparieren. Auch eine Personenrettung aus einem Abwasserschacht gehört zu den Aufgaben.

Nächstes Ziel: Weltmeisterschaft in China
Für die Wettkämpfe hat Elias mit seiner Mitschülerin Maike Carolin Adel ein Team gegründet. Zusammen sind sie "die gewitzten Bärtierchen" - angelehnt an die kleinen Organismen, die im Wasser leben. Und das Team ist erfolgreich: Im Oktober haben sie gemeinsam den Landeswettbewerb gewonnen, im Mai dann das Bundesfinale. Der nächste Schritt ist für Elias die Weltmeisterschaft 2026 in der größten Stadt Chinas: Shanghai.
Abwasser heißt auch Umweltschutz
Die Weltmeisterschaft ist eine "große Nummer". Elias freut sich darauf. Dabei geht es ihm gar nicht so sehr um den Titel, sondern um die Erfahrung, sagt er im Gespräch mit dem SWR. In den nächsten Monaten will er ins Ausland reisen, um noch mehr über die Abwassertechnik zu lernen.
Ich will es noch besser machen. Es fließen immer noch zu viele Schadstoffe in die Umwelt und das müssen wir ändern.
Elias findet: Das Wichtigste an seinem Beruf ist, die Natur und die Gewässer sauber zu halten. Dafür will er sich weiterhin einsetzen und später vielleicht auch in der Entwicklungshilfe arbeiten. "Durch schmutziges Wasser entstehen zu viele Krankheiten", sagt er: "Dagegen müssen wir etwas tun."