Eine Rezeptionistin steht an der Rezeption eines Hotels.  (Foto: dpa Bildfunk, Philipp von Ditfurth)

Heftiger Einbruch

Studie: BW-Tourismus verliert durch Corona-Pandemie Milliardenumsätze

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Laut einer Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr gingen die Umsätze um fast ein Drittel zurück. Am stärksten betroffen war das Gastgewerbe.

Die Corona-Pandemie hat laut einer Studie ein Milliardenloch in die Kassen des baden-württembergischen Tourismus gerissen. Lag der Brutto-Umsatz vor der Pandemie noch bei 25 Milliarden Euro, sank er im Jahr 2021 um fast 7,6 Milliarden Euro unter den Wert von 2019. Mit insgesamt 17,8 Milliarden Euro gaben Gäste in Baden-Württemberg fast ein Drittel weniger aus als vor der Krise. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Analyse des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif), die alle zwei Jahre im Auftrag des Tourismus- und Wirtschaftsministeriums in Baden-Württemberg erstellt wird.

Ministerium: Tourismus wirkt sich auch auf andere Branchen aus

Die Studie belege die drastischen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie mit Zahlen und Daten, so Tourismusstaatssekretär Patrick Rapp (CDU) vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium. "Nach derzeitigen Berechnungen verzeichnete der Tourismus in Baden-Württemberg im Jahr 2021 wöchentliche Umsatzeinbußen von circa 145,3 Millionen Euro", sagte Rapp. Auch wenn sich die Branche 2022 zunächst erholen konnte, seien mit dem Krieg in der Ukraine neue Unsicherheiten verbunden. Der Tourismus habe auch Auswirkungen auf andere Branchen im Land, so der Tourismusstaatssekretär.

Einbruch von knapp 40 Prozent im Gastgewerbe

Den Zahlen zufolge fiel der Umsatzeinbruch im Gastgewerbe mit einem Minus von knapp 40 Prozent besonders heftig aus. Aber auch Einzelhandel und sonstige Dienstleistungsbereiche litten unter den deutlich geringeren Gästezahlen und verzeichneten Einnahmeeinbußen von 19 und 28 Prozent. Und während rechnerisch vor der Pandemie noch 380.000 Menschen vom Tourismus leben konnten, fiel diese Zahl auf 250.000.

Umsatzrückgang von 42 Prozent bei Übernachtungen

Es sei zu befürchten, dass der Großteil der abgewanderten Beschäftigten nicht in die Branche zurückkehre, sagte Rapp. Der Löwenanteil der Einnahmen kam auch 2021 von Tagesgästen: Sie ließen rund 10,3 Milliarden Euro in Baden-Württemberg. Das waren rund 17 Prozent weniger als noch 2019. Bei Übernachtungsgästen schlugen Beherbergungsverbote und weitere Corona-Maßnahmen noch heftiger ins Kontor: Hier gingen die Umsätze um rund 42 Prozent zurück und lagen 2021 noch bei 5,4 Milliarden Euro. Durch Übernachtungen in Privathaushalten kamen zusätzlich noch rund zwei Milliarden Euro in die Kassen. Das waren 10 Prozent weniger als 2019.

Gastgewerbe sieht "drei große Unsicherheiten"

Daniel Ohl, Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands Baden-Württemberg, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gebe vor allem drei große Unsicherheiten in den kommenden Monaten: die Auswirkungen der Inflation auf das Konsumverhalten, die Energiesicherheit und die Entwicklung der Corona-Pandemie. Dennoch seien die Buchungslage und Nachfrage aktuell gut, was die Branche grundsätzlich optimistisch stimme, so Ohl. Vereinzelt berichteten die Betriebe aber bereits von einem Konsumrückgang. Wann genau das Vorkrisenniveau erreicht wird, hängt laut dem Dehoga-Sprecher vor allem davon ab, wie normal die Betriebe in den nächsten Monaten arbeiten können.

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