Bereits am Donnerstag hatte ver.di in Freiburg zum Streik im Nahverkehr aufgerufen. Vor dem Gelände der Freiburger Verkehrs AG gab es ene Kundgebung.  (Foto: SWR, Lukas Herzog)

Busse und Bahnen stehen fast komplett still

Klimastreik und Warnstreik in Freiburg - Auch SC-Fans betroffen

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Jessica Hans
Lukas Herzog
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Paulina Flad
Foto von Paulina Flad (Foto: SWR)

In Freiburg fahren den zweiten Tag in Folge keine Straßenbahnen. Die Gewerkschaft ver.di hat erneut zum Warnstreik aufgerufen. Das hat auch Folgen für SC-Fans.

Der Nahverkehr der Freiburger Verkehrs AG (VAG) steht so gut wie still. Weder die Straßenbahn fährt noch die Schauinslandbahn und auch der Busbetrieb ist stark eingeschränkt. Den zweiten Tag in Folge hat die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten der VAG zum Warnstreik aufgerufen.

Am heutigen Freitag betrifft das auch die Fußballfans, die sich am Abend das Heimspiel des SC Freiburg gegen den FC Bayern München im Europa-Park Stadion anschauen wollen. Bei Heimspielen setzt die VAG normalerweise Sonderfahrten ein, um die Fans ins Stadion zu bringen, in das fast 35.000 Menschen passen. Doch dieses Mal werden laut VAG wegen des Warnstreiks voraussichtlich weniger Frelo-Leihfahrräder zur Verfügung stehen, mit denen sonst viele Fans ins Stadion radeln.

Am Freitag demonstrieren ver.di und Fridays For Future gemeinsam:

SC-Fans können schon früher ins Stadion

Damit die Fans trotzdem zum Stadion kommen und nicht alle mit dem Auto anreisen müssen, hat die DB Regio angekündigt Sonderzüge einzusetzen. Und zwar zusätzlich zum regulären Bahn-Verkehr zwischen Freiburg Hauptbahnhof und der Haltestelle “Messe/Universität”. Zu Fuß sind es von da jedoch immer noch rund 15 Minuten bis zum Europa-Park Stadion.

SC-Pressesprecher Sascha Glunk empfiehlt, sich rechtzeitig auf den Weg zum Stadion zu machen – am besten zu Fuß oder mit dem Rad, da es an der Messe kaum freie Parkplätze geben wird. Der Verein öffnet morgen die Stadiontore extra früher und auch die Verpflegungsstände am Stadionvorplatz würden schon um 18 Uhr aufmachen, so Glunk. 

Menschen mit Plakaten und Warnwesten ziehen durch die Freiburger Innenstadt. (Foto: SWR)
Etwa 2.000 Menschen versammelten sich am Freitag in der Freiburger Innenstadt.

Gemeinsame Kundgebung mit Fridays For Future

Um 11 Uhr gab es eine gemeinsame Kundgebung von ver.di und den Klimaaktivisten von Fridays for Future (FFF). Die Gruppe hatte mit rund 9.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet, bis zum Mittag kamen etwa 2.000 Menschen zum Platz der Alten Synagoge in der Innenstadt. Gegen 12 Uhr sollte dann ein Demozug durch die Freiburger Innenstadt starten. Es gehe darum sich "für gute Arbeit und klimafreundliche Mobilität" einzusetzen, so FFF Freiburg vorab in einer Pressemitteilung. Deutschlandweit hatten FFF und ver.di zu einem gemeinsamen Klimastreik unter dem Motto “Wir Fahren Zusammen” aufgerufen.

Die Gewerkschaft ver.di und die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future protestieren am Freitag gemeinsam in Freiburg. (Foto: SWR)
Die Gewerkschaft ver.di und die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future protestieren am Freitag gemeinsam in Freiburg.

Oberbürgermeister Horn äußert sich zu den ver.di-Forderungen

Schon am Donnerstag hatte ver.di den Nahverkehr in Freiburg bestreikt. Auf dem Gelände der VAG fand am Morgen eine Kundgebung von statt – circa 200 Menschen waren vor Ort. Auch Oberbürgermeister Martin Horn hat gesprochen. Er äußerte Verständnis für den Streik, hält die Forderungen von Verdi aber für überzogen. Nach einer Stunde war die Veranstaltung beendet.

SWR-Reporter Lukas Herzog war bei der Kundgebung auf dem VAG-Gelände:

Streik für mehr Gehalt

Die Gewerkschaft ver.di fordert mehr Gehalt für alle Beschäftigten, 14 statt 13,2 Monatsgehälter pro Jahr, Reduzierung der Wochenarbeitszeit und mehr Urlaubstage. Die VAG-Vorstände kritisierten den Warnstreik und die Forderungen der Gewerkschaft in dem Tarifkonflikt. Auf verschiedene Angebote seitens der VAG für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen sei ver.di nicht eingegangen. Die Forderungen würden ein zusätzliches Defizit in Höhe von mehr als 14 Millionen Euro verursachen, beklagte die VAG.

ver.di fordert ein weiteres Gehaltsplus in einer Größenordnung von mehr als 30 Prozent. Das ist absolut nicht finanzierbar.

Streik geht weiter bis Samstagmorgen

Einen Notfallplan für Busse und Straßenbahnen gibt es nicht. Nur einige wenige Buslinien innerhalb des VAG-Netzes bleiben teilweise in Betrieb (Linie 15, 32, 24, 33 und 34), weil diese von privaten Unternehmen gefahren werden. Mehr Informationen dazu gibt es in der elektronischen Fahrplanauskunft. In der Nacht von Freitag auf Samstag steht auch der durchgehende Nachtverkehr im Stadtbahnnetz sowie die Nachtbuslinie N40 zwischen Freiburg und Munzingen still.

Baden-Württemberg

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