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Baden-Württemberg ermöglicht der Gastronomie eine Öffnungsperspektive bei sinkenden Inzidenzwerten in Stadt- und Landkreisen. Was bedeutet das für Kneipen, Biergärten und Restaurants in Südbaden? Und was müssen Gäste beachten?

Was gilt aktuell?

Liegt die Inzidenz in einem Landkreis seit fünf aufeinander folgenden Tagen unter 100, tritt die Bundesnotbremse außer Kraft. Dann gilt die erste von drei Öffnungsstufen. Bedeutet für die Gastronomie:

- Öffnung von 6 bis 21 Uhr
- Zutritt nur für Gäste, die nachweisbar geimpft, genesen oder negativ getestet sind
- Innen müssen die Tische 1,5 Meter voneinander entfernt stehen
- Ein Gast pro 2,5 Quadratmeter
- Keine Flächenbeschränkung im Biergarten, die AHA-Regeln müssen aber eingehalten werden
- Private und touristische Übernachtungen sind gestattet
- Clubs und Diskotheken bleiben weiterhin zu

2. Öffnungsstufe: Öffnung bis 22 Uhr möglich

Bleibt die Inzidenz unter 100 und sinkt zwei Wochen in Folge weiter, dürfen Kneipen und Restaurants eine Stunde länger öffnen - bis 22 Uhr. Dies ist in Freiburg sowie den Kreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen voraussichtlich ab Samstag, 29. 05., der Fall.

Müssen auch Kinder einen Test mitbringen?

Ja, wenn sie älter als fünf Jahre sind. Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr werden als getestete Personen angesehen und benötigen keinen negativen Corona-Test. Das Kind darf aber keine Symptome einer Corona-Erkrankung zeigen. Bei beispielsweise Husten, Fieber oder Schnupfen muss nachgewiesen werden, dass es sich nicht um eine Corona-Erkrankung handelt.

Wie alt darf ein Test sein?

Maximal 24 Stunden. Ist der Test zum Beispiel zwei Tage alt, darf der Gast nicht ins Restaurant. Zulässig sind alle offiziellen Corona-Tests - also von Testzentren, von Dienstleistern wie Frisören, vom Arbeitgeber oder aus der Schule. Zulässig sind auch Selbsttests, die am Eingang durchgeführt werden. Diese müssen aber von einer speziell geschulten Person überwacht werden. Zuhause gemachte Selbsttests reichen nicht aus. Auch kein Foto eines negativen Tests. Übrigens: Gastronomiebetriebe sind nicht verpflichtet, Tests anzubieten. Spontanbesuche können daher an fehlenden Nachweisen scheitern. Wer an Pfingsten ins Restaurant oder den Biergarten gehen möchte, muss vorher planen, wie, wann und wo ein Corona-Test gemacht wird.

Welche anderen Nachweise sind zulässig?

Impfpass oder Genesenen-Status. Vollständig Geimpfte müssen dann den offiziellen Impfpass am Eingang vorzeigen. Und wer schon mal an COVID-19 erkrankt war und wieder gesund ist, muss den Status als "Genesener" mit einem PCR-Testergebnis nachweisen können. "Genesen" heißt, die Erkrankung liegt mindestens 28 Tage, maximal aber ein halbes Jahr zurück. Generell gilt: Wer trotzdem Symptome einer Corona-Erkrankung aufweist, darf nicht eintreten.

Welche Vorkehrungen müssen Gastrobetriebe jetzt treffen?

Hygienekonzepte und Kontaktdatenerfassung müssen gewährleistet sein. Das geht analog oder auch per App. Jeder Gast muss kontrolliert werden. Dass nur eine Person aus einer Gruppe nachweisen kann, negativ getestet, geimpft oder genesen zu sein, reicht nicht aus. Corona-Selbsttests müssen nicht angeboten werden. Es besteht auch kein Reservierungszwang, im Prinzip kann jeder kommen, wenn er einen der drei Nachweise mitbringt. Wirtinnen und Wirte dürfen nicht selbstständig entscheiden, ihre Betriebe zu öffnen, weil die Inzidenz sinkt. Die Aufhebung der Bundesnotbremse muss vom Landkreis offiziell festgestellt und verkündet werden. Zum Beispiel durch das jeweilige Gesundheitsamt. Der Hotel- und Gaststätten Verband hat im Netz detaillierte Infos für Gastronomie-Betriebe zur Verfügung gestellt.

Ab wann muss wieder geschlossen werden?

Steigt der Inzidenzwert über 100 und bleibt an drei aufeinander folgenden Tagen über 100, kann die Bundesnotbremse wieder in Kraft treten. Gibt ein Land- oder Stadtkreis das bekannt, müssen die Gastronomiebetriebe am übernächsten Tag wieder schließen.

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