Graue Wolken ziehen über den Porsche-Firmensitz in Stuttgart-Zuffenhausen hinweg.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Gerichtsstreit in den USA

US-Richter genehmigt Millionen-Vergleich von Porsche

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Ein Rechtsstreit wegen angeblich irreführender Angaben zum Spritverbrauch ist beendet. Ein US-Gericht hat einem Vergleich zwischen dem Stuttgarter Autobauer und US-Klägern zugestimmt.

Der Sportwagenbauer Porsche kann einen unangenehmen US-Rechtsstreit um angeblich irreführende Angaben zum Kraftstoffverbrauch Hunderttausender Autos abhaken. Der zuständige Richter Charles Breyer stimmte einem Vergleich mit US-Klägern am Mittwoch (Ortszeit) zu. Das Unternehmen zahlt demnach mindestens 80 Millionen Dollar (79,9 Mio Euro) an Autobesitzer, um das zivilrechtliche Verfahren beizulegen.

Kraftstoffverbrauch und Emissionen wurden angezweifelt

Bei den Vorwürfen ging es um potenzielle Kraftstoffverbrauchs- und Emissionsabweichungen. Der zum Volkswagen-Konzern gehörende Luxusautohersteller war 2020 zunächst durch Medienberichte über Unregelmäßigkeiten bei Abgaswerten von Benzinern ins Visier von Klägeranwälten in den USA geraten. Eine treibende Kraft war die Großkanzlei Lieff Cabraser, die bereits im Diesel-Skandal von VW eine wichtige Rolle spielte.

US-Sammelklagen zu Spritverbrauch von Porsche-Fahrzeugen

Nachdem bei den US-Sammelklagen anfangs mögliche Abgas-Manipulationen im Zentrum standen, geht es bei dem nun abgeschlossenen Vergleich vor allem um angeblich irreführende Angaben zum Spritverbrauch. Porsche hatte zu dem Kompromiss mit den US-Klägern bereits im Juni in einer Stellungnahme betont, die Anschuldigungen nicht anerkannt zu haben. "Die Einigung dient der Beendigung der Thematik", erklärte das Unternehmen. Der Vergleich betreffe nur Fahrzeuge, die in den USA verkauft wurden.

In Deutschland hatte das Kraftfahrtbundesamt 2021 ein Verfahren eingeleitet. In den USA geht es Gerichtsdokumenten nach um rund 500.000 Porsche-Wagen mit Baujahren von 2005 bis 2020. Die Besitzerinnen und Besitzer sollen bis zu 1.110 Dollar (1.108 Euro) Entschädigung pro Auto erhalten.

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