Besuch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Windenergie im Aufwind: 89 Windräder im Neckar-Odenwald-Kreis geplant

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Friederike Kroitzsch

Im Neckar-Odenwald-Kreis sind 89 neue Windräder geplant. Darüber hat Landrat Achim Brötel (CDU) anlässlich des Besuchs von Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) informiert.

Der Ausbau der Windenergie im Neckar-Odenwald-Kreis ist im Aufwind. Die geopolitische Lage hat die Notwendigkeit einer eigenen Energieversorgung deutlich gemacht. Allerdings stemmen sich einige Bürger gegen geplante 89 Windräder im Neckar-Odenwald-Kreis.

89 neue Windräder geplant

Im Neckar-Odenwald-Kreis sind 89 neue Windräder konkret geplant. Diese Zahl hat jetzt der Neckar-Odenwälder Landrat Achim Brötel genannt. Die Anlagen befinden sich demnach zu einem Teil noch in der Projektierungs- und Planungsphase, einige seien bereits im Genehmigungsverfahren, andere bereits genehmigt. 

Neues Rotorblatt für Windrad bei Seckach
Montage eines neuen Rotorblatts für ein Windrad in Seckach

Bürger gegen Windkraft

Winfried Kretschmann traf nach dem Besuch der Windenergieanlage in Walldürn-Altheim auch Vertreterinnen und Vertreter von Bürgerinitiativen vor der Festhalle im Seckacher Ortsteil Zimmern. Sie wenden sich gegen den weiteren Ausbau der Windkraft im Land und im Neckar-Odenwald-Kreis.

Ein Beispiel ist der geplante Windpark "Waidachswald" zwischen den Gemeinden Seckach, Schefflenz, Adelsheim. Dort soll mit bis zu 22 Anlagen einer der größten Windparks in Baden-Württemberg entstehen.

Kretschmann: Schlechte Karten für Windkraftgegner

Wer generell gegen Windkraft ist, habe "schlechte Karten", sagte Kretschmann in die Richtung der Demonstrantinnen und Demonstranten in Seckach-Zimmern. Der Ausbau der Windenergie sei auf allen europäischen und nationalen Ebenen beschlossen und zudem von "überragendem öffentlichen Interesse".

Einwände gegen Windräder könnten nur örtlicher Natur sein, sich also gegen einzelne konkrete Standorte richten. Die generelle Debatte über das Für und Wider der Windkraft sei beendet, so Kretschmann. Windenergie diene außerdem dem Erhalt der Landschaft und zerstöre sie nicht.

Auf der Rückseite der Schilder fanden sich Parolen aus der Querdenker-Szene wie Freiheit für Michael Ballweg
Rund 30 Personen protestierten gegen die Windkraft. Ministerpräsident Kretschmann widersprach ihnen

"Wenn wir nicht gegen den Klimawandel erfolgreich kämpfen, wird die Landschaft in 20, 30 oder 50 Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein."

Landrat Brötel betont Bedeutung regenerativer Energien

Auch Achim Brötel hob anlässlich des Besuchs des baden-württembergischen Ministerpräsidenten die Bedeutung regenerativer Energien für die Region hervor: Die Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Wasser sei nicht nur aktiver Klimaschutz, sondern auch Wertschöpfung in der Region für die Region.

Alternative Energien

Zu Windkraftanlagen würden mehrere Biomassekraftwerke und Biogasanlagen im Neckar-Odenwald-Kreis kommen, außerdem die Nutzung der Wasserkraft am Neckar. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Freiflächensolaranlagen ist momentan eine der landesweit größten  Photovoltaik-Anlagen auf einem Gelände oberhalb der Gemeinde Neckarzimmern geplant.

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