Girls go Movie

Talentschmiede für junge Filmemacherinnen

20 Jahre Mannheimer Kurzfilmfestival "girls go movie"

Stand
Autor/in
Stephanie Ley

Der Traum vom eigenen Film: Viele junge Frauen wollen die Sprache der Bewegtbilder lernen und ins Filmbusiness reinschnuppern. Bei "girls go movie" können sie sich ausprobieren.

Das Mannheimer Kurzfilmfestival "girls go movie" feiert am Donnerstag 20-jähriges Jubiläum. Die Macherinnen des Projekts haben allen Grund anzustoßen, denn über die Jahre hat das Team um die Ludwigshafener Experimentalfilmerin Ruth Hutter über 3.600 Mädchen und jungen Frauen zu einem ersten, eigenen Kurzfilm verholfen. In den Produktionen kommen Themen aus der Lebenswelt der jungen Filmemacherinnen zur Sprache - es geht um Liebe, Sexualität, Diskriminierung, Krankheit, Krieg oder Tod. 15 ausgewählte Werke werden bei der Jubiläumsfeier im Cinema Quadrat gezeigt.

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Auch Frauen, die später den Sprung ins Profigeschäft geschafft haben, sind am Abend dabei. So wie die gebürtige Mannheimerin Kiana Naghshineh. Die heute 34-Jährige, vielfach ausgezeichnete Animationsfilmerin entwirft Kindertrickfilme für Netflix, arbeitet bei Dokumentationen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit, aber sie setzt vor allem auch eigene Projekte um.

Girls go Movie
Kiana Naghshineh an ihrem Arbeitsplatz in Stuttgart

Das Projekt "girls go movie" habe sie motiviert, diesen Weg zu wagen, berichtet Naghshineh. Kurz vor dem Abitur sei sie damals in der Straßenbahn auf ein Plakat aufmerksam geworden, mit dem das Jugendprojekt um interessierten Nachwuchs warb. Gemeinsam mit einer Schulfreundin habe sie sich dann angemeldet. Die beiden besuchten einen Schnitt-Workshop und produzierten einen sogenannten Lege-Trickfilm - mit einfachsten Materialien.

Wir zeichneten Figuren auf Papier und schnitten sie aus - Beine und Arme separat. Mithilfe eines Leuchttischs und einer Digitalkamera ließen sich die Charaktere dann animieren.

Girls go Movie
Papierfiguren mit beweglichen Gliedmaßen

Ruth Hutter hat sie bei diesem Prozess begleitet und ermutigt, erzählt Kiana Naghshineh. Feriencamps und intensive Filmcoachings wie heute gab es in den Anfangsjahren noch nicht. Bei der Produktion hätten sie viel Freiraum gehabt. Das Resultat war ein Märchen um zwei Brüder, die sich wegen eines Erbes zerstritten. Der Trickfilm lief während des Festivals im Kino und holte später auch einen Preis.

Kurzfilm "Augenblicke" für Studenten-Oscar nominiert

Kiana Naghshineh studierte an der renommierten Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Dort entstand auch ihr erster Zeichentrickfilm - die "Monstersinfonie". Mit ihrem Kurzfilm "Augenblicke", der die Vergewaltigung einer jungen Frau beschreibt, begeisterte sie schließlich Juroren auf der ganzen Welt. Die Produktion holte zahlreiche Preise auf internationalen Trickfilm-Festivals, 2018 wurde Kiana Naghshineh sogar für den Studenten-Oscar nominiert.

Teilnehmerinnen nutzen girls go movie als Sprungbrett

Das Mannheimer Kurzfilmfestival habe sich aber auch für andere Teilnehmerinnen zum Sprungbrett entwickelt, erklärt die künstlerische Leiterin Ruth Hutter. So studiere die Weinheimerin Natascha Zink heute Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, die Mannheimerin Lilith Queisser realisiert Filmprojekte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.

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Die künstlerische Leiterin Ruth Hutter

Filmemacherin Doris Dörrie wird Schirmherrin

Vor 20 Jahren hat die Experimentalfilmerin Ruth Hutter das Konzept für girls go movie entwickelt - gemeinsam mit Karin Heinelt vom Mannheimer Stadtjungendring sowie Gertrud Rettenmeier von der Städtischen Jugendförderung. Über die Jahre ist das Projekt immer größer geworden. Heute betreuen 37 Mentorinnen Hunderte von Teilnehmerinnen in den unterschiedlichen Altersklassen. Pünktlich zum Jubiläum ist die renommierte Autorin und Filmemacherin Doris Dörrie Schirmherrin geworden.

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