Kürbis im Gemüsebeet so groß wie ein Apfel (Foto: SWR)

Gegenmittel: Schattiernetze, Mulch, automatische Tröpfchenbewässerung

Hitze und Dürre bedrohen Obst und Gemüse - Kleingärtner in Mannheim besorgt

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Hobbygärtner und Gemüsebauer unter anderem in Mannheim sorgen sich gerade gleichermaßen um ihre Ernte. Grund sind Hitze und Dürre. Was tun?

Der Hokkaido-Kürbis ist kaum größer als ein Apfel. Dazu Zucchini, die ziemlich klein geraten sind und Möhrensetzlinge mit Sonnenbrand. Folgen der wochenlangen Dürre und Hitze. Trotz 40 Jahren Kleingarten-Erfahrung hat Gerd Müller noch nie so eine Ernte gehabt.

Der Rentner ist Erster Vorsitzender der Gartenfreunde Mannheim-Ost. Er baut viel Gemüse an und sieht gerade in vielen der insgesamt 730 Kleingärten des Vereins die Spuren der Dürre und Hitze. Auch im eigenen Garten gibt es Verluste.

Gerd Müller am Hochbeet in seinem Kleingarten in Mannheim (Foto: SWR)
Gerd Müller baut seit über 40 Jahren Obst und Gemüse in seinem Kleingarten an.

Gerd Müller kommt jeden Tag zum Gießen in seinen Kleingarten. Trotzdem: Der Hokkaido-Kürbis, die Zucchini oder der Rosenkohl wachsen kaum. Der Boden ist zu trocken. Der 75-Jährige hat jetzt Angst, dass die Stadt Mannheim das Wasser für die Kleingärten rationiert.

Stadt Mannheim meldet aktuell keine Wasserknappheit

Laut dem Mannheimer Energie- und Wasserversorger MVV drehen die Mannheimer öfter oder länger den Wasserhahn auf als andere: Durchschnittlich 138 Liter täglich nutzt demnach jeder und jede - und damit knapp zehn Liter mehr als im Bundesdurchschnitt. Der MVV zufolge gibt es aber aktuell keine Wasserknappheit. Dennoch sollte man nicht verschwenderisch mit Wasser umgehen.

"Wir wollen unser eigenes Obst und Gemüse essen. Sonst müssten wir im Supermarkt Gemüse aus Spanien kaufen. Die haben ja noch weniger Wasser als wir."

Wetterdienst meldet punktuell Rekord-Dürre, Mannheim unter Top 6

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) herrscht in Baden-Württemberg punktuell schon Rekord-Dürre. In Mannheim gab es das letzte Mal Ende Juni ausgiebigen Niederschlag. In Mannheim fiel demnach in diesem Jahr bis jetzt 266,7 Liter Regenwaser - Stand jetzt das sechst-trockenste Jahr der vergangenen 60 Jahre.

Kleingärtner gegen Trockenheit: Weniger Rasen, Mulch gegen Verdunstung

Zwei Parzellen neben Gerd Müller hat Justina Piechatzek ihre kleine grüne Oase in der Mannheimer Kleingarten-Anlage. Sie gießt jeden zweiten Tag in ihrem Garten. Sie schützt ihr Obst und Gemüse mit Mulch aus Rasenschnitt oder Schafswolle. So verdunstet das Wasser weniger. Außerdem hat sie ihre Rasenfläche verkleinert. Blumen bieten dem Boden mehr Schatten, so trocknet er weniger aus. Aber auch Justina Piechatzek hat Kiwis, Weintrauben und Kürbisse an die Hitzewelle verloren.

Gemüsegärtner Johannes Stange in Neu-Edingen schützt Möhren mit Schattiernetzen vor der Sonne (Foto: SWR)
Gemüsegärtner Johannes Stange in Neu-Edingen: Er schützt seine Ernte mit Schattiernetzen

Gemüsegärtner schützt Ernte mit Schattiernetzen

Gemüsegärtner Johannes Stange baut auf 500 Quadratmetern in Edingen-Neckarhausen (Rhein-Neckar-Kreis) Gemüse an. Seine Ernte verkauft er in einer Gemüse-Abo-Kiste. Sein Gemüse schützt er seit einigen Wochen mit Schattiernetzen gegen die Sonne. Stange gießt automatisiert morgens um fünf Uhr per Tröpfchenbewässerung - bei der aktuellen Trockenheit etwas ausgiebiger als sonst.

"Tomaten sind dieses Jahr super. Sie lieben es trocken und warm, trotzdem schattiere ich sie, damit sie nicht verbrennen."

Noch macht sich der Gemüsegärtner keine Sorgen, aber wenn die Trockenheit ein paar Sommer in Folge anhält, dann muss er wohl reagieren und anders planen.

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