Fast trockengefallen ist die Dreisam im Westen von Freiburg.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Winfried Rothermel)

Städte und Kreise reagieren

Niedrigwasser und Waldbrandgefahr: So steht Baden-Württemberg nach der Hitzewelle da

STAND

Das anhaltend trockene und heiße Wetter wirkt sich auf die Umwelt aus. Landkreise und Städte in Baden-Württemberg versuchen, Wasserknappheit und Brandgefahr entgegenzutreten.

Die Hitzewelle in der vergangenen Woche hat Baden-Württemberg einen neuen Temperaturrekord eingebracht: 39,4 Grad wurden laut dem Deutschen Wetterdienst am vergangenen Mittwoch in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) gemessen. Unter hohen Temperaturen leiden wohnungslose Menschen ganz besonders.

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Stark ausgeprägte Niedrigwasserlage in BW

Die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) des Landes attestiert Baden-Württemberg derzeit eine stark ausgeprägte Niedrigwassersituation. Grund hierfür ist die laut HVZ die geringe Niederschlagsmenge: "Von Januar bis Juni fielen in Baden-Württemberg nur rund 80 Prozent des Gebietsniederschlages, der im langjährigen Mittel für diesen Zeitraum üblich ist", schreiben die Expertinnen und Experten. Gleichzeitig seien die Lufttemperaturen überdurchschnittlich hoch gewesen.

Auch der Juli ist nach Einstufung des HVZ bisher zu trocken und zu warm. Besonders im Norden und Westen Baden-Württembergs fielen demnach bislang weniger als 25 mm Niederschlag. In einem durchschnittlichen Juli (Vergleichszeitraum 1961 bis 1990) sei in Baden-Württemberg im Mittel mit 90 mm Niederschlag zu rechnen.

Als Folge dessen hat sich laut HVZ in zahlreichen Gewässern des Landes Niedrigwasser entwickelt. Stand Montag, 25. Juli, liegen bereits an fast zwei Dritteln der Kennwertpegel in Baden-Württemberg die Wasserstände unterhalb des niedrigsten Wasserstandes in einem durchschnittlichen Jahr, das heißt unter dem Niedrigwasserkennwert "mittleres Niedrigwasser" (MNW). Auch der Grundwasserstand ist teils unterdurchschnittlich, etwa in Südbaden.

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Deutlich weniger Wasser im Bodensee als üblich

Der Wasserstand des Bodensees am Pegel Konstanz beträgt 331 cm (Stand Montag 9:30 Uhr) und liegt damit rund 90 cm niedriger, als es für die Jahreszeit üblich ist (Vergleichszeitraum 1961 bis 1990). Ein noch niedriger Bodenseewasserstand an einem 25. Juli wurde zuletzt im Jahr 2006 mit 317 cm am Pegel Konstanz gemessen.

Eine der Folgen: In manchen Bereichen ist die Saison für Bootsfahrten auf dem See schon jetzt beendet, anstatt wie üblich im September oder Oktober.

Konstanz

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Am Oberrhein und der Donau befindet sich der Wasserstand inzwischen im Bereich des "mittleren Niedrigwassers". Im Bodensee und am Hochrhein sind die Wasserstände ebenfalls deutlich niedriger als für die Jahreszeit üblich, allerdings sind hier bisher noch keine MNW-Werte unterschritten. Da die trockene Wetterlage andauert, rechnet das HVZ mit einer Ausweitung der Niedrigwasserlage. Im Gegensatz zum Pegel bleibt die Wasserqualität in den Seen - zumindest in der Region Neckar-Alb - hoch.

Landkreis Esslingen untersagt Wasserentnahme

Unter anderem im Landkreis Esslingen gilt ein Wasserentnahmeverbot für alle Oberflächengewässer. Die Verfügung soll dort zunächst bis zum 31. August gelten.

Künzelsau

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Noch strengere Maßnahmen hat die Stadt Neuffen (ebenfalls Kreis Esslingen) ergriffen: Trinkwasser darf einer Pressemitteilung der Stadtwerke zufolge in privaten Haushalten ab sofort nicht mehr benutzt werden, um Pools oder Planschbecken zu befüllen, Rasen oder Blumenbeete zu wässern, Autos zu waschen oder Terrassen abzuspritzen. Auch kommunale Rasenflächen oder Sportplätze dürfen nicht mehr gewässert werden.

Verbote sollen Trinkwasserversorgung sichern

Die Verbote seien notwendig, um die Trinkwasserversorgung in der Region aufrechtzuerhalten, erklärt Bernd Döpper, der technische Leiter der Stadtwerke auf Anfrage des SWR. Hintergrund sei ein seit Sonntagabend behobener technischer Defekt. "Das Ziel ist nun, die Wasserhochbehälter in Neuffen wieder vollständig zu füllen", sagt Döpper. Aufgrund der derzeit höheren Temperaturen sowie der damit verbundenen Trockenheit dauere dies entsprechend länger.

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"Es besteht jedoch kein Grund zur Besorgnis. Die Versorgung mit Trinkwasser in Neuffen ist sichergestellt. Wir gehen davon aus, dass ab Freitag die gewohnte Trinkwassernutzung wieder möglich sein wird", so der technische Leiter. In Stuttgart ist der Vorrat an Trinkwasser laut Marcus Schaufuß, dem Betriebsleiter der Netze BW Wasser, stabil.

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Mehrere Waldbrände in den vergangenen Wochen

Auch die Feuerwehr kämpft mit den hohen Temperaturen und der Trockenheit im Land und warnt vor anhaltender Wald- und Flächenbrandgefahr. Bereits mehrfach ist es in den vergangenen Wochen in Baden-Württemberg zu solchen Bränden gekommen. Laut DWD ist derzeit besonders der Norden des Landes gefährdet. Von Anfang März bis Ende Oktober gilt im Wald ein generelles Rauchverbot. Gegrillt werden darf nur an ausgewiesenen Feuerstellen. Einige Städte haben aufgrund der Trockenheit auch bereits Grillverbote an öffentlichen Grillplätzen erlassen.

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Doch nicht nur Brände halten die Feuerwehr auf Trab. Durch die anhaltende Hitze brauchen auch mehr Menschen als sonst die Hilfe der Retterinnen und Retter. Dann müssen die Feuerwehrleute erste Hilfe leisten oder Türen für den medizinischen Rettungsdienst aufbrechen.

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