Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor einem Banner seiner Partei Bündnis 90Die Grünen.

"Grüne Wahlschlappe" bei Europawahl

Meinung: Ende der Ära Kretschmann ist eingeläutet

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AUTOR/IN
Uschi Strautmann

Bei der Europawahl mussten die Grünen große Verluste einräumen - vor allem in "ihrem" Bundesland Baden-Württemberg. Ein Hinweis für das Ende der Ära Kretschmann, kommentiert Uschi Strautmann.

Alles hat seine Zeit: Spätestens seit der dramatischen Wahlschlappe der Grünen sogar in Baden-Württemberg steht fest: Das Ende der Ära Kretschmann ist eingeläutet. Sein Wort wird nicht mehr das Gewicht haben, wie bisher - auch wenn es noch knapp zwei Jahre bis zur nächsten Landtagswahl sind. Kretschmanns große Stärke war es, auch konservative Wähler zu gewinnen. Er ist Ministerpräsident für ganz Baden-Württemberg und nicht nur für die Grünen. Das hat weit über zehn Jahre sehr gut funktioniert. Ein echter Landesvater eben. Aber der Kretschmann-Bonus gilt nicht mehr.

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Kretschmanns Rückzug kommt zu spät

Dazu kommt: Klima ist für viele Menschen nicht mehr die Sorge Nummer eins. Der Wirtschaft geht es schlecht und viele fürchten sich davor, ihren Lebensstandard nicht mehr halten zu können. Nicht einmal Kretschmann konnte diesen Absturz der Grünen verhindern. Er ist 76 Jahre alt, tritt nicht mehr an. Jetzt ist klar: Er hat den besten Zeitpunkt für seinen Rückzug verpasst. Ich meine, wenn die Grünen überhaupt noch eine Chance haben wollen, im Land an der Macht zu bleiben, dann müssen sie jetzt und sofort den Generationswechsel einleiten.

Die Frage nach der Nachfolge

Doch wer käme dafür in Frage? Gesucht wird vor allem eine gestandene, glaubwürdige Persönlichkeit, die im besten Fall im Land auch schon bekannt ist. Dabei gilt Cem Özdemir als Favorit. Aber wie schon gesagt, alles hat seine Zeit, und die wird für die Grünen bis zur Landtagswahl 2026 nicht einfach.

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