Zootiere des Zirkus Renz entlaufen (Foto: SWR)

Tiere auf Entdeckungstour?

Zirkustiere in Rheinstetten ausgebüxt - Veterinäramt stellt Mängel fest

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Greta Hirsch
Rebekka Plies
Ein Bild von Rebekka Plies (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Aus einem Zirkus in Rheinstetten sind am frühen Dienstagmorgen drei Kamele und drei Lamas ausgebrochen. Später lief eines einer Kamele einer Zeitungsausträgerin über den Weg.

Am Freitag soll das Gastspiel des Zirkus Renz in Rheinstetten (Kreis Karlsruhe) beginnen. Die Tiere sind als Erste vom letzten Spielort in Albstadt (Zollernalbkreis) in den Landkreis Karlsruhe umgezogen. Auf einem gepflasterten Platz stehen Metallgitter, die als Gehege für die Kamele und Lamas dienen. Trotzdem konnten die sechs Tiere in der Nacht auf Dienstag ausbüxen.

Kamel Atylla zieht es nach Rheinstetten

Drei Lamas und zwei Kamele zog es Richtung Wald, Kamelhengst Atylla wurde in den frühen Morgenstunden im Zentrum von Rheinstetten gesichtet. Der unerwartete Nachtwanderer begegnete dann einer Frau in Rheinstetten (Kreis Karlsruhe): Als sie am frühen Morgen Zeitungen austrug, sah sie das Kamel auf der Straße herumspazieren.

Den Zirkusdirektor, der noch mit seiner Familie in Albstadt übernachtet hatte, erreichte der Anruf mitten in der Nacht.

"Bei mir ging das Kopfkino los. Was ist mit den Tieren, in der Nähe ist die vielbefahrene B36, das war Anspannung pur."

Zirkustiere des Zirkus Renz entlaufen (Foto: SWR)
Zirkusdirektor Rudolf Renz mit einem seiner Ausreißer

Wie konnten die Tiere entlaufen?

Nach dem eingegangenen Notruf suchte die Polizei mit mehreren Polizeistreifen und einem Helikopter nach den ausgebüxten Tieren. Nach mehreren Stunden konnten die Kamele und Lamas wieder eingefangen und in ihr Übergangsgehege zurückgebracht werden. Wie die Tiere aus ihrem Auslauf entkommen konnten, ist aktuell noch unklar. Zirkusdirektor Rudolf Renz kann sich das Verschwinden der Tiere nicht erklären:

"Es ist ganz, ganz komisch. Ich habe alles kontrolliert, (...) an einer Stelle müssen zwei Schrauben weg sein."

Die Polizei bestätigte gegenüber dem SWR, dass es Hinweise darauf gibt, dass jemand die Tiere vorsätzlich aus ihrem Gehege gelassen haben könnte. Die Beamten bitten Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden.

Veterinäramt stellt Mängel bei der Tierhaltung fest

Am Vormittag nach der nächtlichen Wandertour standen die Ausreißer dann wieder seelenruhig auf dem Platz, fraßen Heu und wälzten sich in ausgestreuten Holzspähnen. Der Besitzer ist froh, dass alles gut gegangen ist und seine Tiere die Aktion unverletzt überstanden haben.

Nach kurzer Zeit tauchten Mitarbeiter des Veterinäramts des Landkreises Karlsruhe auf dem Gelände auf - der Zirkus hätte sich mit seinen Tieren demnach nicht offiziell beim Amt angemeldet. Renz argumentiert, dass eine entsprechende Email von seinem Büro versendet worden sei. Zusätzlich hatten die Mitarbeiter des Veterinäramts auch eine Mängelliste vom vorherigen Standort Albstadt mit im Gepäck. Unter anderem werden die Klauen der Lamas beanstandet - zu lang und zu verdreht - offenbar zum wiederholten Male.

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