Gießkanne zum Bäume gießen (Foto: IMAGO, IMAGO / Sabine Gudath)

Appell an die Bevölkerung

LUBW Karlsruhe: Weniger Asphalt, Beton, Stein - alle müssen anpacken gegen den Klimawandel

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Rebekka Plies
Ein Bild von Rebekka Plies (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Temperaturen bis 37 Grad - der Juni 2022 war außergewöhnlich warm. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) appelliert an jeden Einzelnen etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Sehr trocken und ziemlich heiß, noch dazu zahlreiche Gewitter mit Starkregen - das ist die besorgniserregende Zusammenfassung des vergangenen Junis. Für den Leiter des Kompetenzzentrums Klimawandel der LUBW, Kai Höpker, ist das inzwischen kein Einzelfall mehr.

"Solche hochsommerlichen Bedingungen bereits im Juni sind keine Ausnahme mehr, sondern werden zur Regel, wenn wir im Klimaschutz nicht schneller und wirksamer vorankommen."

Weniger Asphalt, Beton und Stein - Kommunen müssen aktiv werden

Die Zeit wird langsam knapp, so die Experten der LUBW. Die Zeit zum Handeln ist jetzt und dementsprechend müssen auch Städte und Kommunen aktiv werden.

"Wo viel Asphalt, Beton und Stein verbaut ist, heizt sich die Luft deutlich stärker auf. Bis zu 10 Grad Celsius können die Temperaturen in der Stadt höher liegen als in der 'grüneren Umgebung'."

Mehr Grün in der Stadt oder auch lokale Wasserspeicher können helfen gegen die Trockenheit und auch Extremwetterereignisse. Das Klimakompetenzzentrum des Landes Baden-Württemberg unterstütze die Kommunen dabei, so Höpker weiter.

Urbane Begrünung kann helfen (Foto: Pressestelle, LUBW)
Grüne Oasen können helfen, die Städte vor dem Überhitzen zu schützen. Pressestelle LUBW

Mehr "blau-grüne Infrastruktur" aufbauen

Begrünung und Wasserflächen sollen nach Ansicht der LUBW-Experten die zentralen Elemente einer "blau-grünen Infrastruktur" bilden. Dazu gehören beispielsweise Versickerungsmulden, Tiefbeete oder sogenannte Regengärten, die auch in Städten positive Effekte haben können und durch ihre Kühlwirkung auch das gesamte lokale Klima verbessern können.

Städte und Kommunen sollten dafür sorgen, dass die Grünflächen erhalten oder gar erweitert werden können.  Ein nur viermal älterer Stadtbaum erzeugt eine 10-mal größere Kühlwirkung als sein jüngerer Kollege, so die Experten. Auch Fassaden- oder Dachbegrünungen können dabei helfen.

Jeder muss etwas tun gegen den Klimawandel

Die Klimaexperten der LUBW appellieren auch an Bürgerinnen und Bürger. Ihnen käme eine tragende Rolle in den Wohnvierteln zu, denn sie könnten rund um ihre Häuser entscheiden, wie sie Gärten und Balkone in kleine grüne Oasen verwandeln können. Information zu geeignetem hitzetoleranten Pflanzen für die jeweilige Region können entweder die Kommunen oder aber auch das Kompetenzzentrum der LUBW zur Verfügung stellen.

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