Christine Freiermuth, ihr Sohn und dessen Freundin sind wieder vereint

Zwischen Hoffen und Bangen

"Angst, dass er nie wiederkommt" - Israel-Reisende zurück am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden

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Fabiola Germer
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Tobias Zapp
Tobias Zapp

Viele Menschen sorgen sich um Angehörige in Israel. Viele Flüge von und nach Tel Aviv sind gestrichen. Doch am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden ist am Montag eine Maschine aus Israel gelandet.

Nach den Angriffen auf Israel sorgen sich viele Menschen um ihre Angehörigen. Auch, weil nicht klar ist, welche Flüge nach Deutschland überhaupt noch stattfinden können. Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden ist am Montagnachmittag eine Maschine aus Tel Aviv gelandet. Und die wurde von den anwesenden Angehörigen am Baden-Airpark sehnlichst erwartet - auch von Christine Freiermuth aus dem Elsass. Denn in diesem Flugzeug saßen ihr Sohn und dessen Freundin.

Nach Angriffen beunruhigt: Mutter aus dem Elsass wartete auf ihren Sohn

Sorgenvoll stand Christine Freiermuth am Ausgang des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden. Erst seit Montag vergangener Woche sind ihr Sohn und seine Freundin zu Besuch in Israel gewesen. Am Samstagmorgen dann kam aus heiterem Himmel der Großangriff der palästinensischen Terrorgruppe Hamas.

Ich hatte Angst, dass er nie wiederkommt.

Seit sie von dem Angriff auf Israel erfahren habe, gehe es ihr sehr schlecht, erzählte Christine Freiermuth. Das ganze Wochenende habe sie mit ihrem Sohn Kontakt gehabt und die Nachrichten verfolgt. "Ich schlafe nicht mehr, ich gucke Fernsehen Tag und Nacht. Das Wochenende war furchtbar." Sie habe Angst gehabt, dass ihr Sohn nicht wiederkommt.

Christine Freiermuth, ihr Sohn und dessen Freundin liegen sich am Flughafen KarlsruheBaden-Baden in den Armen
Erleichterung und Freude: Christine Freiermuth, ihr Sohn und dessen Freundin sind wieder vereint

Israel-Reisende mussten in Bunker: Raketenangriffe hautnah erlebt

Als Christine Freiermuth ihren Sohn Pierre und seine Freundin endlich in die Arme schließen kann, ist die Erleichterung groß. Aber da sind auch die bedrückenden Erlebnisse: Am Samstagabend habe es einen Luftalarm gegeben. Daraufhin haben sich der Sohn und seine Freundin für ein paar Stunden in einem Luftschutzbunker versteckt. Ihr Sohn habe sehr "gestresst" auf sie gewirkt, sagte sie. Die Mutter ist sich sicher, er habe ihr seine wahren Gefühle nicht so sehr zeigen wollen, auch um sie und die Eltern seiner Freundin zu schonen.

Am Samstagabend gab es mehr und mehr Raketenangriffe.

Pierre Freiermuth erzählt von mehreren Alarmen. Am Samstagabend habe es mehr und mehr Raketenangriffe gegeben. Auch andere Passagiere des Fluges aus Tel Aviv berichten dem SWR davon, dass sie in ihren Hotels mehrmals in den Bunker mussten. Eine andere Passagierin, die aus Israel zurückkam, ist Mia aus Karlsruhe. Sie erzählte, dass eine Rakete etwa 200 Meter neben ihrem Hotel in Tel Aviv eingeschlagen war.

Flüge aus und nach Israel sind teilweise eingestellt

Man kann wohl von Glück sprechen, dass der Sohn von Christine Feiermuth noch einen Flug aus Tel Aviv erwischt hat. Die Lufthansa Gruppe hat wegen der angespannten Lage in Israel am Montagnachmittag angekündigt, alle regulären Flüge ihrer Airlines von und nach Tel Aviv bis einschließlich Samstag auszusetzen. Schon ab dem Wochenende waren Israel-Flüge eingestellt worden. Auch eine Schülergruppe aus Ettlingen (Kreis Karlsruhe) saß zeitweise in Israel fest.

Für Christine Feiermuth steht fest: Dass ihr Sohn gesund aus Israel zurückgekommen ist, macht diesen Tag zum schönsten in ihrem Leben.

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