EnBW stellt Quartalszahlen vor (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Belastungen im Gasgeschäft

Energiekonzern EnBW schraubt Gewinnerwartungen nach unten

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Rebekka Plies
Ein Bild von Rebekka Plies (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW muss seine Prognose für 2022 deutlich nach unten korrigieren. Das teilte das Unternehmen am Freitag bei der Vorlage seiner Neunmonatsergebnisse mit.

Wegen hoher Belastungen durch die Energiekrise rückt der Energieversorger EnBW von seinen Jahreszielen ab. Gemäß der am Freitag vorgestellten Bilanz lag das operative Konzernergebnis in den ersten neun Monaten mit 1,97 Milliarden Euro auf nahezu gleichem Niveau wie im Vorjahr. Die EnBW erklärte, dass die zuletzt hohen Belastungen im Gasgeschäft durch positive Entwicklungen bei den erneuerbaren Energien ausgeglichen werden konnten. Der Konzernüberschuss schrumpfte den Zahlen zufolge auf 163 Millionen Euro - nach 363 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

"Durch unser robustes Geschäftsmodell konnten wir die Versorgung unserer Kunden jederzeit verlässlich erfüllen. Wir werden auch weiterhin mit allen Kräften unseren Beitrag zu einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung leisten."

Deutliche Belastungen im vierten Quartal erwartet

Im vierten Quartal erwartet die EnBW allerdings auch deutlich höhere Belastungen bei der Netzinfrastruktur, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dazu gehört unter anderem der Betrieb von Reservekraftwerken. Der Konzern hofft, die Mehrkosten in den Folgejahren ausgleichen zu können. Allerdings drücke das die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr.

EnBW erwartet weniger Gewinn als im Vorjahr

Dementsprechend korrigiert die EnBW ihre Gesamtprognose für 2022 deutlich nach unten. Statt mit bis zu 3,2 Milliarden Euro rechnet das Unternehmen nun nur noch mit einem Konzernergebnis bis zu 2,9 Milliarden Euro – ein Minus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Pläne der Bundesregierung, Gewinne abzuschöpfen, die aufgrund hoher Energiepreise entstanden sind, sieht der Konzern kritisch:

"Eine zu starke Abschöpfung insbesondere bei Wind- und Solarparks hätte negative Folgen auf Investitionen und damit den Fortschritt der Energiewende."

Neuer Vorstandsvorsitzender tritt kommende Woche an

Der neue EnBW-Vorstandsvorsitzende Andreas Schell wird sein Amt als Nachfolger von Frank Mastiaux am 15. November übernehmen. Den Vorstandsvorsitz bei der Rolls-Royce in Friedrichshafen gibt Schell zum 14. November ab. Der Aufsichtsrat der EnBW hatte ihn bereits im April zum Nachfolger bestimmt.

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