Das stillgelegte Kohlekraftwerk im saarländischen Ensdorf mit einer Animation der geplanten 200-Millimeter-Siliziumkarbid-Halbleiterfabrik von Wolfspeed und ZF.

Autoexperte hält Entscheidung für zukunftsweisend

ZF Friedrichshafen investiert 170 Millionen in Halbleiter-Forschung

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Thea Thomiczek
SWR-Redakteurin Thea Thomiczek Autorin Bild

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen beteiligt sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag an einem Halbleiter-Werk des US-Chipherstellers Wolfspeed im Saarland. Ein renommierter Automobilexperte begrüßt die Entscheidung.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer begrüßt die Beteiligung der ZF Friedrichshafen an dem geplanten Halbleiter-Werk des US-Chip-Herstellers Wolfspeed im Saarland. Er sagte am Donnerstag im SWR, es sei wichtig, dass sich ZF neu ausrichte, die Entscheidung passe in die Zukunft.

SWR-Moderatorin Thea Thomiczek hat sich am Donnerstag ausführlich mit Autoexperte Dudenhöffer unterhalten. Ferdinand Dudenhöffer ist einer der renommiertesten Autoexperten in Deutschland:

ZF und die Chipfabrik: Das wurde am Mittwoch bekannt

Der US-Chiphersteller Wolfspeed plant den Bau einer hochautomatisierten Siliziumkarbid-Halbleiter-Fabrik für umgerechnet 2,75 Milliarden Euro im Saarland. Zugleich soll ein Forschungszentrum entstehen. Die ZF Friedrichshafen AG beabsichtigt, dies mit rund 170 Millionen Euro zu unterstützen, im Tausch gegen Wolfspeed-Stammaktien. Das teilten beide Unternehmen am Mittwoch im saarländischen Ensdorf mit. Als Teil dieser Investition erhalte ZF eine Minderheitsbeteiligung an der Fabrik.

Janek Böffel vom Saarländischen Rundfunk im Gespräch mit SWR-Moderatorin Thea Thomiczek:

600 neue Arbeitsplätze sollen entstehen

Das weltweit größte Werk für E-Auto-Computerchips soll auf einem alten Kraftwerksgelände in Ensdorf gebaut werden und 600 Arbeitsplätze schaffen. Die EU-Kommission muss allerdings noch grünes Licht geben.

"Diese Initiativen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen industriellen Transformation."

Der eigens angereiste Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bezeichnete die Fabrik als Beitrag zu einer größeren Versorgungssicherheit Europas mit Halbleitern. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sprach von einem wichtigen Signal, "dass der Standort Deutschland in einer schwierigen Lage weiter attraktiv ist, auch für Hochtechnologie."

Das gemeinsame Forschungszentrum von ZF und Wolfspeed soll sich laut ZF und Wolfspeed auf die Herausforderungen im Bereich der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien konzentrieren.

Effiziente Computerchips für E-Autos sollen gebaut werden

Siliziumkarbid-Halbleiter, die im neuen Werk gebaut werden sollen, gelten als eine der Schlüsseltechnologien bei der Herstellung von effizienteren Computerchips. Diese dürften gerade beim Bau von E-Autos besonders stark nachgefragt werden. Wolfspeed-Partner wie Mercedes Benz versprechen sich von diesen Chips unter anderem kürzere Ladezeiten, eine größere Reichweite und mehr Leistung.

ZF und Wolfspeed arbeiten eigenen Angaben zufolge schon seit 2019 in einer strategischen Partnerschaft zur Entwicklung hocheffizienter elektrischer Antriebsstränge mit Siliziumkarbid-Invertern zusammen.

"Die enge Zusammenarbeit zwischen Fabrik und Forschungszentrum wird es uns ermöglichen, bahnbrechende Innovationen zu entwickeln, die über den weltweiten Stand der Technik hinausgehen und unseren Kunden zugutekommen."

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