Große Salatköpfe in Gewächshaus auf der Insel Reichenau

Höhere Kosten aber weniger Käufer

Hartes Jahr für Reichenauer Gemüsegärtner

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Anne-Katrin Kienzle
SWR-Redakteurin Anne-Katrin Kienzle Autorin Bild
Corinna Scheller
SWR-Redakteurin Corinna Scheller Autorin Bild

Das Jahr 2022 ist für die Reichenauer Gemüsegärtner ein herausforderndes Jahr gewesen. Krieg und Inflation hätten für eine nie zuvor dagewesene Situation gesorgt, so die Gärtner.

Nach der Corona-Pandemie hat der Ukraine-Krieg die Landwirtschaft, den Gemüsebau und somit auch die Erzeugergenossenschaft Reichenau-Gemüse eG, stark getroffen. Mit dem Krieg sei direkt die nächste spürbare Krise auf die Gemüsegärtner zugekommen, so der Geschäftsführer der Reichenau-Gemüsegenossenschaft, Johannes Bliestle. Energiepreise und Produktionskosten seien gestiegen, gleichzeitig hätten verunsicherte Verbraucherinnen und Verbraucher weniger Gemüse eingekauft.

Einbruch bei Salatköpfen und Schlangengurken

Insgesamt seien im vergangenen Jahr auf der Insel Reichenau (Kreis Konstanz) rund 14.000 Tonnen Gemüse geerntet worden, trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Mit rund vier Millionen verkauften Salatköpfen seien allerdings weder Menge noch Durchschnittspreis des Vorjahres erreicht worden, so Bliestle. Auch bei einem weiteren Hauptprodukt der Gemüsegenossenschaft, den sogenannten Schlangengurken, sei ein Mengenrückgang verzeichnet worden.

Getrübter Blick auf Gemüsesaison 2023

Da ein Ende des Krieges nicht in Sicht sei, rechnet der Geschäftsführer auch mit keiner Entspannung bei den Energiepreisen. Demzufolge sei in der kommenden Saison von weiter steigenden Produktionskosten auszugehen. Die Betriebe der Genossenschaft sollten darum genau prüfen, welche Flächen bepflanzt werden. Ein Mengenrückgang bei einzelnen Gemüsesorten ist laut Bliestle auch im Jahr 2023 wahrscheinlich.

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