Niedrigwasser im Bodensee (Foto: SWR, Knödler)

Jahresrückblick Mai bis August

Hitze, Frauen beim Blutritt und Trauer um Carl Herzog von Württemberg

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Im Mai ist Historisches in Oberschwaben geschehen: Beim Blutritt in Weingarten durften erstmals Frauen mitreiten. Im Frühsommer ließ die erste Hitzewelle den Bodenseepegel stark sinken.

Nach mehr als 900 Jahren durften beim Blutritt in Weingarten (Kreis Ravensburg) im Mai erstmals Frauen mitreiten - in Frack und Zylinder. 98 Reitergruppen begleiteten die Heilig-Blut-Reliquie der Basilika Weingarten mit der traditionellen Prozession. In den vergangenen beiden Jahren hatte die traditionsreiche Reiterprozession wegen der Corona-Pandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit und stark reduziert stattgefunden. Der SWR zeigte den Blutritt 2022 im Livestream.

Große Trauer um Carl Herzog von Württemberg im Juni

Eine traurige Nachricht erreichte die Menschen Anfang Juni: Carl Herzog von Württemberg ist tot. Er starb mit 85 Jahren in einer Klinik in Ravensburg. Die Nachricht sorgte für Bestürzung in seinem Wohnort Altshausen (Kreis Ravensburg) und darüber hinaus.

Carl Herzog von Württemberg lebte bis zuletzt auf Schloss Altshausen. Angehörige, Nachbarn und Vertreter aus Adel, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nahmen Anfang Juli bei einer Trauerfeier Abschied.

Altshausen

Abschied vom ehemaligen Oberhaupt des Adelshauses Requiem für Carl Herzog von Württemberg in Altshausen

Vor rund 800 geladenen Gästen hat am Samstagvormittag in Altshausen (Kreis Ravensburg) das Requiem für den verstorbenen Carl Herzog von Württemberg stattgefunden.

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Gedenken an Flugzeugabsturz Überlingen: Angehörige können nicht anreisen

In Überlingen wurde zur selben Zeit der Flugzeugkatastrophe von vor 20 Jahren gedacht, bei der 71 Menschen ums Leben gekommen waren. Wegen des Krieges in der Ukraine konnten viele der russischen Angehörigen allerdings nicht zur Gedenkfeier anreisen.

Auch die Einsatzkräfte, die vor 20 Jahren vor Ort waren, erinnern sich an die Katastrophe. Oliver Weißflog war für das THW und die Polizei im Einsatz und erzählte dem SWR, wie er den Einsatz erlebt hat.

Hitzesommer: Bodenseepegel sinkt stark ab

Im Juli und August sank der Pegel des Bodensees immer weiter, es war heiß und trocken. Am Untersee mussten bereits Ende Juli die Boote ausgewassert werden, vor Langenargen verhinderte ein stinkender Algenteppich das Baden.

Niedrigwasser am Bodensee. Häfen liegen zum Teil trocken, Schiffe müssen frühzeitig ausgewassert werden. (Foto: SWR, Fiehler)
In Moos (Kreis Konstanz) wurden am Mittwoch mehrere Boote ausgewassert. Mit Hilfe eines Krans werden sie aus dem Wasser gehoben und auf Anhänger geladen. Das ist Millimeterarbeit. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Im alten Hafen in Moos liegen zum Teil kleinere Motor-Boote bereits auf dem Trockenen. Sie müssen dort liegenbleiben, bis wieder Wasser kommt. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Teile des Hafens in Gaienhofen-Horn (Kreis Konstanz) haben schon kein Wasser mehr. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Im Uferbereich ist der Grund des Bodensees sichtbar. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Am Steg in Gaienhofen (Kreis Konstanz) ist das Wasser nur noch knöcheltief. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Motor-Boot (links) liegt fast auf dem Grund auf. Es muss vermutlich bis zum nächsten Frühjahr am Steg liegen bleiben. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Einige Liegeplätze in Ufernähe sind schon leer. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Im Wasser sieht man eine Schleifspur. Vor einigen Tagen hat ein Bootsbesitzer sein Boot in tieferes Wasser gezogen, dabei schrammte das Schiff am Seegrund entlang. Fiehler Bild in Detailansicht öffnen

Manche Häfen konnten aufgrund des Wasserstands zeitweise nicht mehr angesteuert werden. Um das in Zukunft zu verhindern, müssten diese ausgebaggert werden, fordern manche Schiffsunternehmer und Gastronomen.

Durch den niedrigen Wasserstand kam es auch zu gefährlichen Funden: Ein Angler fischte bei Konstanz eine scharfe Handgranate aus dem Wasser, im Strandbad Friedrichshafen wurde eine Stabbrandbombe entdeckt. Die Polizei erklärte, woran das lag:

Friedrichshafen

Blindgänger aus dem Zweitem Weltkrieg Immer wieder gefährliche Funde im Bodensee

Ein Angler hat bei Konstanz eine scharfe Handgranate aus dem Wasser gefischt, im Strandbad Friedrichshafen wurde eine Stabbrandbombe entdeckt. Die Polizei erklärt, woran das liegen könnte.

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Währenddessen sorgte das Seenachtfest in Konstanz nach zwei Jahren Corona-Pause wieder für Freude.

Seenachtfest-Feuerwerk Konstanz (Foto: SWR, Eichenhofer)
Eichenhofer

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Altshausen

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Vor rund 800 geladenen Gästen hat am Samstagvormittag in Altshausen (Kreis Ravensburg) das Requiem für den verstorbenen Carl Herzog von Württemberg stattgefunden.

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Überlingen

Kontakte nach Überlingen ermöglichen Flucht Hinterbliebener der Flugzeugkatastrophe flüchtet aus der Ukraine an den Bodensee

Die Kontakte, die Taras Kostenko nach dem Tod seiner Schwester bei dem Flugzeugabsturz von Überlingen (Bodenseekreis) geknüpft hatte, ermöglichten ihm nun die Flucht aus der Ukraine. Das sei Schicksal, sagt er.

Landesschau Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

Der See und das Niedrigwasser

3,05 Meter - so lautet der Wasserstand des Bodensees am Mittwoch in Konstanz und steuert bedrohlich auf die historisch tiefste Marke für einen Sommermonat am 28. August 2003 zu. Auch die angekündigten Niederschläge der kommenden Tage werden nichts an der Tatsache ändern, dass sich Deutschlands schönster Badesee im Wandel befindet und der Tourismus sich darauf einstellen muss. Alfred Knödler ist an die Stellen gegangen, wo sich das Niedrigwasser am deutlichsten auf den Bodensee auswirkt und hat besorgte Touristiker und Touristen getroffen.

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SWR