Goldbacher Stollen in Überlingen - Reste des KZ Aufkirch.

Mehr als 200 Zwangsarbeiter starben

Gedenken an die Opfer der NS-Zeit an der Birnau und in Überlingen

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Moritz Kluthe
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Um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, fand am Samstag eine Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof Birnau statt. Auch im Goldbacher Stollen in Überlingen wurde eine Führung angeboten.

Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ wurde am Samstagnachmittag auf dem KZ-Friedhof in der Nähe des Klosters Birnau am Bodensee an die Opfer von Faschismus und Krieg gedacht. Zuvor führte der Historiker Oswald Burger durch den Goldbacher Stollen in Überlingen.

Führung durch den Goldbacher Stollen in Überlingen

Im April 1944 wurde Friedrichshafen bombardiert, da dort die Rüstungsbetriebe Luftschiffbau Zeppelin, Maybach Motorenwerke, Dornier und Zahnradfabrik ZF für die Kriegsmaschinerie des Dritten Reiches produzierten. Das Reichsministerium für Rüstungs- und Kriegsproduktion in Berlin verordnete daraufhin den Bau des Goldbacher Stollens - als bombensichere unterirdische Produktionsstätte, heißt es in einer Mitteilung.

Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau mussten als Zwangsarbeiter den vier Kilometer langen Stollen in einen Felsen bei Überlingen sprengen. Bei den Arbeiten starben mehr als 240 Häftlinge, viele von ihnen kamen aus Italien und dem ehemaligen Jugoslawien.

Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof Birnau

Fast 100 der beim Bau des Goldbacher Stollens verstorbenen Häftlinge wurden nach dem Krieg auf dem KZ-Friedhof bei der Birnau beigesetzt. Dort wurde der Opfer gedacht - unter anderem von den Landesvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes sowie von Vertretern italienischer Widerstands- und Opferverbänden.

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