Sonderausstellung "Into the deep" im Zeppelin Museum (Foto: SWR, Karin Wehrheim)

Rohstoffe aus dem All oder der Tiefsee?

Klimaneutrale Ausstellung im Zeppelin Museum Friedrichshafen

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SWR-Redakteurin Karin Wehrheim Autorin Bild (Foto: SWR, Alexander Kluge)
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SWR-Redakteur Johannes Riedel Autor Bild (Foto: SWR)

"Into the deep" heißt die neue Ausstellung im Zeppelin Museum in Friedrichshafen. Sie beschäftigt sich bis 5. November mit Rohstoffen und ihrem geplanten Abbau in All und Tiefsee.

Die Macher der Ausstellung legen großen Wert auf Klimaneutralität, werben für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Zu sehen sind gebrauchte Paletten, Regalböden, Vitrinen und Vorhänge. Wandfarben, Prospekte und Plakate sind aus klimaneutraler Produktion. In den Räumen ist die Klimaanlage gedrosselt.

Die Exponate aus dem Bestand des Zeppelin Museums haben keinen energie- und abgasintensiven Transportweg hinter sich. Ihre Befestigungen sind wiederverwendbar und die Erklärtexte sind mit Kreide an die Wand geschrieben. Die Kulturstiftung des Bundes hat das Zeppelin Museum dafür gefördert.

SWR-Reporterin Karin Wehrheim hat sich die Ausstellung am Tag der Eröffnung angeschaut:

Zentraler Rohstoff der Sonderausstellung ist Aluminium. Die Sonderausstellung zeigt, wie wichtig Aluminium für den Bau von Luftschiffen in Friedrichshafen war und erklärt wie Aluminium wiederverwendet worden ist.

"Es ist spannend, weil es eben auch ein Material ist, das die Möglichkeit bietet, sehr gut recycelbar zu sein, also man geschlossene Kreisläufe machen könnte."

Kritische Auseinandersetzung mit Abbau von Rohstoffen

Zugleich werfen fünf internationale Kunstschaffende mit Videos und Installationen einen kritischen Blick auf den Abbau wertvoller Rohstoffe und seltener Erden in Europa und Übersee. Dabei hinterfragen sie auch ihre Gewinnung in den Minen der Zukunft, dem Meeresboden der Tiefsee und dem Weltall.

Sonderausstellung "Into the deep" im Zeppelin Museum (Foto: SWR, Karin Wehrheim)
Besucherinnen und Besucher können an die Wand schreiben, was in Zukunft in Sachen Nachhaltigkeit geändert werden soll. Auch das Museum macht Vorschläge. Bild in Detailansicht öffnen
In einer der wiederverwendeten Vitrinen liegt ein Brocken Bauxit - Rohstoff für die Herstellung von Aluminium. Bild in Detailansicht öffnen
Eine alte Zeppelin-Gondel aus Aluminium. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Installation von Bethany Rigby stellt mit Gesteins- und Mineralproben wie Hämatit und Hyaloklastit den Asteroidenabbau und den Einsatz von Bakterien zur Gewinnung seltener Erden infrage. Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausbeutung der Rohstoffe im Meeresboden der Tiefsee ist eines der Themen der Ausstellung. Bild in Detailansicht öffnen
1925 stellte die Zeppelin Luftschiffbau Friedrichshafen einen ersten Sportwagen ganz aus Aluminium her. Bild in Detailansicht öffnen
Vom Raubbau an der Natur in Schweden und Chile erzählt eine wandfüllende Videoarbeit von Ignacio Acosta. Bild in Detailansicht öffnen
Viele Texte zur Ausstellung sind mit Kreide direkt auf die Wand geschrieben, anstatt als Folie aufgeklebt. Bild in Detailansicht öffnen
Erklärende Texte zu den Exponaten und der Wiederverwendung der verwendeten Materialien sind mit Klemmen an der Wand befestigt - nachhaltig. Bild in Detailansicht öffnen

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