Offshore-Windpark in der Nordsee.

Anlage für über eine Million Haushalte

EnBW baut größten Offshore-Windpark Deutschlands - Ende 2025 am Netz

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Katha Jansen
SWR-Wirtschaftsredakteurin Katha Jansen
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Tamara Land
Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW startet den Bau an Deutschlands größtem Offshore-Windpark. Ende 2025 soll die Anlage ans Netz gehen und mehr als eine Million Haushalte versorgen.

"He Dreiht" – Niederdeutsch für "Er dreht". So heißt der Megawindpark des Karlsruher Energiekonzerns EnBW, der in der Nordsee entstehen soll. Gerade beginnen die Bauarbeiten an dem Riesenprojekt, das künftig auch die Industrie im Südwesten mit grünem Strom versorgen soll. Mit einer Gesamtleistung von 960 Megawatt soll dort künftig genug Strom produziert werden, um mehr als eine Million Haushalte zu versorgen. Das ist deutlich mehr als die 27 Windparks, die es bislang in Nord- und Ostsee gibt, erzeugen können. Auch der Bau selbst ist ein gigantisches Projekt, das rund 2,4 Milliarden Euro kosten wird. Die Anlage soll nördlich der Insel Borkum entstehen. Über 60 Schiffe werden während der Bauphase gebraucht und die Thialf – einer der weltgrößten Schwimmkräne - wird in den kommenden Tagen die Fundamente setzen.

Wann und wie kommt der grüne Strom im Südwesten an?

Ans Netz gehen soll der Windpark planmäßig Ende kommenden Jahres. Damit der Strom in Süddeutschland ankommt, werden 120 Kilometer Kabel unter Wasser bis nach Hilgenriedersiel an der Ostfriesischen Küste verlegt. Von dort aus soll er über eine 340 Kilometer lange Überlandleitung bei einem Konverter in Philippsburg im Kreis Karlsruhe landen. Hier wird er dann in das Stromnetz in Baden-Württemberg eingespeist. Die Anlage, die auf dem Gelände eines ehemaligen Atomkraftwerks steht, soll Anfang Juni in den Probebetrieb gehen und anschließend an das Stromnetz angeschlossen werden.

Mehrere große Industrie- und Transportunternehmen haben bereits langfristige Lieferverträge für den Strom aus dem Offshore-Windpark abgeschlossen. Das ist üblich, in diesem Fall aber auch besonders wichtig, da der Windpark ohne staatliche Fördermittel finanziert wird. Die Lieferverträge geben der EnBW somit finanzielle Sicherheit. Unter den Kunden sind zum Beispiel der Autozulieferer Bosch, der Flughafenbetreiber Fraport oder die Deutsche Bahn.

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Wie wichtig ist Offshore Windenergie für unsere Stromversorgung?

Aktuell spielt die Windenergie, die vor den Küsten erzeugt wird, nur eine relativ geringe Rolle. Gerade einmal fünf Prozent der erneuerbaren Energie kommt aus Offshore-Windkraft. Die Windräder an Land erzeugen immerhin 22 Prozent des grünen Stroms. Künftig dürfte die Bedeutung von Offshore allerdings steigen. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Dafür ist ein schnellerer Ausbau nötig. Die Bundesregierung will erreichen, dass bis 2030 mindestens 30 Gigawatt in Offshore-Windparks produziert werden, bis 2045 soll es sogar mehr als doppelt so viel sein. Um das zu schaffen, müsste der Ausbau deutlich beschleunigt werden. Konkret müsste dafür alle drei Monate ein Windpark der Größenordnung von "He Dreiht" fertig werden.

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