Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Warnstreiks stehen in einem Busdepot der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB).

Gewerkschaft kündigt weitere Streiks an

ver.di-Warnstreik in BW: Nahverkehr in vielen Städten lahmgelegt

Stand

In neun Städten in Baden-Württemberg ging am Freitag im ÖPNV wenig bis gar nichts. Die Gewerkschaft war mit der Streikbeteiligung zufrieden. Nächste Woche soll es weitergehen.

In Baden-Württemberg haben sich am Freitag laut Gewerkschaft ver.di mehr als 6.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an Warnstreiks beteiligt. Vor allem der öffentliche Nahverkehr war betroffen. Viele Busse und Bahnen blieben in den Depots.

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Verdi: Höhere Streikbeteiligung als in den vergangenen Jahren

Vor allem Berufstätige sowie Schülerinnen und Schüler wurden auf eine Geduldsprobe gestellt. In Stuttgart, Freiburg, Mannheim, Heilbronn, Ulm, Esslingen, Konstanz, Baden-Baden und Karlsruhe mussten sie sich eine Alternative überlegen, um an das gewünschte Ziel zu kommen. Jan Bleckert vom Verdi-Landesbezirk Baden-Württemberg zeigte sich zufrieden mit der Streikbeteiligung von mehr als 6.000 Beschäftigen. "Wir haben eine größere Beteiligung als in den vergangenen Jahren", sagte Bleckert.

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Busse und Bahnen stehen still

In Stuttgart standen bis zum Betriebsschluss alle Bahnen und Busse der Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB) in den Depots. Die Verkehrsbetriebe Freiburg wurden ebenso bestreikt wie die Konstanzer Stadtwerke. Nicht nur Busse und Bahnen blieben in den Depots, auch die Bergbahn Schauinsland und die Fähren am Bodensee zwischen Konstanz und Meersburg fuhren nicht.

Erstmalig in der Geschichte des Karlsruher Verkehrsverbundes waren die Albtalverkehrsgesellschaft AVG und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe VBK gemeinsam zum Arbeitskampf aufgerufen. Auch in Heilbronn war kein Bus unterwegs, S-Bahnen fuhren nicht durch das Stadtgebiet, sondern hielten am Hauptbahnhof. In Ulm und Neu-Ulm streikten die Beschäftigten der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU). Das hatte massive Auswirkungen auf den Bus- und Bahnverkehr.

Auch im Rhein-Neckar-Raum standen viele Busse und Bahnen still. Auch Beschäftigte des Verkehrsverbundes RNV beteiligen an dem 24-stündigen Warnstreik. Auch in Esslingen und Baden-Baden war der ÖPNV betroffen. Am Samstag soll der Betrieb des ÖPNV in allen Städten wieder normal laufen.

Unternehmer kritisieren Warnstreiks im ÖPNV

Der Dachverband der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) kritisierte die Arbeitsniederlegung im ÖPNV scharf. "Der Streik im öffentlichen Personennahverkehr ist völlig unverhältnismäßig und überschreitet eine Grenze, denn er führt wieder einmal zu Stress und erheblichen Problemen für Fahrgäste", sagt UBW-Geschäftsführer Peer-Michael Dick. "Damit verursacht die Gewerkschaft völlig unnötigerweise einen wirtschaftlichen Schaden."

ver.di-Landesbezirksleiter Martin Gross verteidigte die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr dagegen im SWR. Die Gewerkschaft sei nicht auf Krawall gebürstet, aber die Verhandlungen seien schwierig. Man putze "den neoliberalen Rotz der vergangenen Jahre auf", so Gross. Der öffentliche Dienst brauche dringend mehr Personal und gescheite Arbeitsbedingungen, damit es in Deutschland eine gute Infrastruktur gebe.

Kundgebungen zusammen mit Fridays for Future

Gleichzeitig mit den Streik-Aktionen fanden in mehr als 40 Städten in Baden-Württemberg Kundgebungen der Klimaaktivisten von Fridays for Future statt. In Karlsruhe gab es am Mittag auf dem Marktplatz eine gemeinsame Kundgebung. Thorsten Dossow von ver.di Karlsruhe wies Kritik daran zurück: "Die Arbeitgeber haben Angst, dass wir durch den Schulterschluss mit FFF zu stark werden und das ist ja genau das, was wir wollen: Dass wir zusammen unseren Forderungen deutlich mehr Gewicht verleihen."

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ver.di kündigt Warnstreiks in Kitas an

Auch in der kommenden Woche will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber hochhalten und hat weitere Warnstreiks in Baden-Württemberg angekündigt. Eltern von Kita-Kindern müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen. ver.di hat zum Internationalen Frauentag (8. März) zu Warnstreiks mit dem Schwerpunkt im Sozial- und Erziehungsdienst aufgerufen, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte. Die Gewerkschaft erwartet, dass mehr als 6.000 Beschäftigte dem Aufruf folgen werden.

So werden allein in Stuttgart wohl zwei Drittel der Kitas geschlossen bleiben, wie ve.di mitteilte. Auch in den Kreisen Ludwigsburg, Böblingen, Heilbronn und Rems-Murr soll gestreikt werden. Neben dem Sozial- und Erziehungsdienst sei hier auch die Verwaltung mit Bädern, Service und Kontrolleuren der SSB betroffen. Im Fahrdienst solle es aber keine Ausfälle geben, sagte der Sprecher. Ausschließlich im Sozial- und Erziehungsdienst werde am Mittwoch in Karlsruhe, Freiburg, Mannheim, Ulm und Aalen gestreikt.

Tarifverhandlungen sollen Ende März fortgesetzt werden

Bereits seit Wochen bekommen viele Bürgerinnen und Bürger die Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu spüren. ver.di und der Beamtenbund dbb wollen damit ihre Forderungen in der laufenden Tarifrunde für die Kommunen und den Bund untermauern. Sie fordern 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeberseite hatte die Forderungen als "nicht leistbar" abgelehnt. Die nächste Tarifverhandlungsrunde soll vom 27. bis zum 29. März in Potsdam stattfinden.

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