Ein Geflüchteter hält eine Debitkarte in der Hand. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Gentges erwartet Unmut durch Vorgehen der Ampel-Regierung

Justizministerin erwartet Klagen gegen Bezahlkarte für Asylbewerber

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Eigentlich war sie schon beschlossen, nun gibt es wieder Zoff um die Bezahlkarte für Flüchtlinge. In der Ampel streiten sich die Parteien um die Umsetzung. Das könnte Folgen haben.

Die Ampel-Koalition wird nach Einschätzung von Baden-Württembergs Justizministerin Marion Gentges (CDU) erheblichen Unmut auf sich ziehen, falls sie sich weiter gegen eine bundesweite Regelung zur Einführung von Bezahlkarten für Asylbewerber stemmt. Die Länder könnten sich bei dieser Reform keine rechtlichen Risiken leisten, warnte die auch für Migration zuständige Ministerin am Donnerstag in Berlin. "Wir müssen davon ausgehen, dass diese Bezahlkarte rechtlich überprüft wird von Kartenanbietern, die den lukrativen Auftrag gerne hätten, aber bei einer Ausschreibung nicht zum Zug kommen", sagte Gentges der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Flüchtlingsräte hätten schon Bedenken angemeldet und ihre Bereitschaft signalisiert, gegen die Einführung solcher Karten zu klagen. In dieser Frage gebe es keinen Dissenz zwischen ihr und Baden-Württembergs Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann (Grüne), betonte die CDU-Politikerin.

Am 1.2. wurde im Landtag von Baden-Württemberg über die Bezahlkarte debattiert. Hier können Sie den TV-Beitrag von SWR Aktuell noch einmal ansehen:

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Ampel-Koalition streitet um Bezahlkarte für Flüchtlinge

Um die Bezahlkarte, die Bargeldauszahlungen ersetzen soll, war Streit in der Ampel-Koalition entstanden, weil es dafür aus Sicht von SPD und FDP flankierend eine bundesgesetzliche Regelung braucht. Die Grünen halten dies nicht für nötig und weisen darauf hin, dass die Einführung in Hamburg bereits begonnen hat und in Bayern kurz bevorsteht. Von den 16 Bundesländern hatten sich 14 Ende Januar auf ein gemeinsames Vergabeverfahren zur Einführung einer Bezahlkarte für Asylbewerber geeinigt, das bis zum Sommer abgeschlossen sein soll. Mit der Karte soll unter anderem verhindert werden, dass Migranten Geld an Schlepper oder Familie und Freunde im Ausland überweisen.

Im November war das Vorhaben Thema einer Bund-Länder-Runde mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gewesen. "Der Bundeskanzler hat den Regierungschefs der Länder zugesagt, die Rechtsänderungen auf den Weg zu bringen", betonte Gentges. Sie erwarte, "dass der Bundestag den Bundeskanzler nicht ins Leere laufen lässt mit seiner Zusage".

Ministerin: Bezahlkarte nur ein Schritt, um Asylzuwanderung zu begrenzen

Die Bezahlkarte sei nur ein Schritt von vielen, die man gehen müsse, um die Asylzuwanderung zu begrenzen, "aber diesen Schritt müssen wir auch gehen", sagte die Justizministerin. Sie hoffe, dass das neue Zahlungsmittel nach dem Sommer eingeführt werden könne.

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