"Freiheit 2.0: Was hat Big Data mit Freiheit zu tun" in Stuttgart Eigene Datenspuren sichtbar machen

Interview am 4.6.2018 mit Florian Mehnert

Bunte Farbstreifen durchziehen seit ein paar Tagen die ganze Stuttgarter Innenstadt. Sie sollen digitale Datenspuren darstellen, die jeder einzelne hinterlässt. Denen nämlich lässt sich im Prinzip ebenso einfach folgen wie den Streifen auf der Straße. Davon überzeugen können sich Besucher im Stuttgarter StadtPalais. Der Künstler Florian Mehnert projiziert dort GPS-Daten von Nutzern auf Leinwände und veranschaulicht so, wie viel Big Data über den einzelnen verrät.

Verräterische Datenspuren

Ausgedacht hat das Kunstprojekt mit dem Titel „Freiheit 2.0“ der Konzeptkünstler Florian Mehnert, zusammen mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes Baden-Württemberg. Es gilt der Frage: „Was hat Big Data mit Freiheit zu tun?“

Mit den farbigen Linien in der Stadt werde analog nachgezeichnet, wie sich digitalen Datenspuren folgen lasse, so der Künstler. Um das zu veranschaulichen, hätten die Projektbeteiligten eine Tracking-App konzipiert. Diese App zeichnet Bewegungsprofile ihrer Nutzer auf, die im StadtPalais als buntes Liniennetz auf einem Stadtplan visualisiert wird.

Abstrakte Debatte um Datenschutz anschaulich machen

Daten könne man sonst nicht sehen, so Florian Mehnert. Das Ziel der Ausstellung sei es deshalb, die abstrakte Debatte um persönliche Daten anschaulich zu machen. Wer sein eigenes Bewegungsprofil auf einmal auf dem Stadtplan wiederfinde, werde zwangsläufig Fragen stellen. Dann könne die Diskussion beginnen.

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