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Für Freunde moderner Kunst: Otto Piene im Museum Tinguely Basel

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AUTOR/IN
Laura Könsler
Porträtfoto Laura Könsler (Foto: SWR, Hardy Neumann)
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Dominic Konrad

Das Museum Tinguely in Basel zeigt eine Ausstellung mit Werken Otto Pienes. Mit seiner Kunst wollte Piene vor allem Freude schaffen und eine lebensbejahende Wirkung beim Betrachter erzielen. In diesem Sinn schrieb er 1961 das Manifest „Wege zum Paradies“. Unter diesem Titel steht auch die aktuelle Retrospektive.

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Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 Pro Litteris, Zürich: Otto Piene Estate, Foto: 2024 Museum Tinguely Daniel Spehr)
Installationsansicht Anemones: An Air Aqarium 1976/2023

Deshalb lohnt sich der Besuch

Riesige Schläuche, die in den Himmel wachsen oder raumfüllende, aufblasbare Gebilde im „Air Aquarium“ mit seinen roten Tentakeln und Anemonen: Der 2014 verstorbene Künstler Otto Piene gilt als Wegbereiter der Licht- und Feuerkunst und der sogenannten „Sky Art“. Eines wird in der Ausstellung deutlich: Piene wollte mit seiner Kunst Freude vermitteln und die lebensbejahende Wirkung beim Betrachter wecken.

Die Ausstellung im Museum Tinguely legt einen großen Fokus auf die Beziehung zwischen Pienes Skizzen und seinen anderen Werken: Medienarbeiten, Gemälden und Skulpturen. Skizzenbücher haben Otto Piene immer begleitet. Zeitlebens hielt er in ihnen fest und griff für seine späteren Himmelsobjekte wieder darauf zurück. Zwanzig Skizzenbücher sind in der Ausstellung zu sehen, ergänzt durch Faksimiledrucke, die einen umfassenderen Einblick gewähren.  

Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 Pro Litteris, Zürich: Otto Piene Estate, Foto: 2024 Museum Tinguely, Daniel Spehr)
Installationsansicht, The Proliferation of the Sun (Die Sonne kommt näher), 1966/1967 Bild in Detailansicht öffnen
Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 Pro Litteris, Zürich; Otto Piene Estate, Foto: 2024 Museum Tinguely Daniel Spehr)
Installationsansicht Otto Piene, Lichtballet „Hommage à New York“ 1966/2016 Bild in Detailansicht öffnen
Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 Pro Litteris, Zürich: Otto Piene Estate, Foto: ©President and Fellows of Harvard College, 2019.11.13)
Otto Piene, Untitled (text and bleed-through of previous page, left page); Untitled (designs for wind socks, right page) Bild in Detailansicht öffnen
Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: SWR, Laura Könsler)
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Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 Pro Litteris, Zürich: Otto Piene Estate, Foto: 2024 Museum Tinguely, Daniel Spehr)
Otto Piene, Weisser Lichtgeist 1966 (rechts) und Entwurf (links) Bild in Detailansicht öffnen
Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 Pro Litteris, Zürich: Otto Piene Estate, Foto: President and Fellows of Harvard College, 2019.11.13)
Otto Piene, Untitled (text and bleed-through of previous page, left page); Untitled (designs for wind socks, right page) Harvard Art Museums/Busch-Reisinger Museum, Schenkung von Elizabeth Goldring Piene Bild in Detailansicht öffnen
Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 Pro Litteris, Zürich: Otto Piene Estate, Foto: ©President and Fellows of Harvard College, 2019.14.69)
Otto Piene, Untitled (bleed-through of previous page, left page); Untitled (sketch of Icarus with color transfer, right page) Bild in Detailansicht öffnen
Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 Pro Litteris, Zürich: Otto Piene Estate, Foto: courtesy Sprüth Magers ©Timo Ohler)
Lichtraum mit Mönchengladbachwand, 1963–2013 Bild in Detailansicht öffnen

Darum geht es:

Otto Piene war Professor für Umwelt-Kunst in Cambridge. Eines seiner Anliegen war es, das Schöne der Natur mit seiner Kunst in urbane Räume zu bringen. Doch statt in die Natur zu gehen, wollte Piene die Städte attraktiv gestalten und mit seiner „Sky Art“ den öffentlichen Raum beleben.

Otto Piene Ausstellung im Museum Tinguely in Basel (Foto: 2024 ProLitteris, Zürich: Otto Piene Estate, Foto: courtesy Sprüth Magers ©Timo Ohler)
Otto Piene, Lichtraum mit Mönchengladbachwand, 1963–2013

Kunst für alle zu kreieren, Events und Feste zu feiern und eine lebenswerte städtische Umgebung zu schaffen, waren die ambitionierten Ziele des Künstlers.

Als Flakhilfe musste er oft in den Himmel schauen. Auch ein ganz schöner blauer Himmel war ein Zeichen für Gefahr. (...) Im Nachthimmel bei Dunkelheit war das auch gefährlich, wenn man Licht sieht – etwa eine Explosion. Nach dem Krieg wollte er diese Beziehung zum Himmel von etwas Gefährlichem weg und eher zu etwas Positivem und optimistischem machen.

Gerade tanzenden Lichtern wollte Otto Piene eine positive Bedeutung geben, nachdem er selbst als Flakhelfer im zweiten Weltkrieg Lichter als Gefahr, als todbringende Zeichen, wahrnehmen musste. Das Glitzern des Lichtes auf der Wasseroberfläche, das Spiel zwischen Licht und Bewegung, findet sich immer wieder in den Gemälden, Skizzenbüchern und Lichtballetten von Otto Piene.

Dauerausstellung im Museum Tinguely

Neue Sammlungsausstellung „La roue = c'est tout“: Jean Tinguely, Meister der kinetischen Kunst

Der Künstler Jean Tinguely ist vor allem für sein beweglichen Skulpturen, die er aus alten Eisenteilen zusammengebaute, bekannt. In Basel am Rhein beherbergt das Museum Tinguely die weltweit größte Sammlung seiner Werke. Zum ersten Mal seit der Gründung des Museums 1996 wird die Werksammlung dieses Pioniers der kinetischen Kunst neu präsentiert.

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