Dr. Georg Eckel ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schädlingsbekämpfung und gibt Tipps zum richtigen Umgang mit den Nagetieren.
Auf Anzahl und Verhalten der Ratten achten
SWR1: Ab wann sind Ratten ein Problem? Beginnt das schon, wenn ich eine einzige Ratte im Garten sehe?
Georg Eckel: Wenn Sie einzelne Tiere sehen, sind es vielfach Zufallsbegegnungen oder Überraschungsbegegnungen. Sollten Sie die Tiere tagsüber sehen und dann möglicherweise noch mehrere auftauchen, dann würde ich mir Gedanken machen. Dann würde ich mal genau nachgucken, um zu sehen, wo gibt es denn möglicherweise hier Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten, die die Tiere anziehen könnten.
Kompost im Garten kann Ratten anziehen
SWR1: Welche Orte in Haus und Garten sind attraktiv für Ratten, um sich zu verstecken?
Eckel: Im Wesentlichen sind es zwei Punkte. Einmal die Unterschlupf-, Versteck-, Brut- und Nistmöglichkeiten und das zweite sind geeignete Futtermöglichkeiten. Bei Ratten kommt vielfach dazu, dass diese Tiere sich gerne ausbreiten über Wasserwege, wasserführende Gräben, Bäche et cetera.
Das heißt, wenn ich irgendwo in einem Garten geeignete Versteckmöglichkeiten habe und dann noch zusätzlich Futter finde, dann bin ich da schon mal ganz gut aufgehoben. Diese Futterquellen können unter anderem in Gärten, beispielsweise bei Komposthaufen, verborgen sein. Gibt es dann Küchenabfälle darauf? Da Ratten das Gleiche fressen, was wir auch essen können, kann das schon ein Magnet sein. Abgesehen davon, dass der Kompost natürlich wohlschmeckend duftet.
Bekämpfung durch den Profi
SWR1: Ab wann muss wer zur Bekämpfung ran? Reicht bei der einzelnen Ratte der Einsatz einer Katze?
Eckel: Bei der Frage muss ich schmunzeln. Wir haben selbst die Erfahrung gemacht, dass an einem Haus ein Marder gelebt hat. Wir haben dann Wildkameras aufgestellt und gesehen, dass in diesem Umfeld vom Marder auch Mäuse, vereinzelt alle sechs Monate, mal eine Ratte auftauchte.

Aber, und das ist jetzt der entscheidende Punkt, immer mit einem gehörigen zeitlichen Abstand. Man geht sich aus dem Weg, man nutzt aber die gleichen Lebensräume und das erhöht auch die Sicherheit des Überlebens. Eine Katze, die es nicht kann, sollte man weglassen.
Bei einem Verdacht auf Rattenbefall ist dringend geraten, den Fachmann dazu zu holen.
Es gibt natürlich im Handel, beispielsweise bei Baumärkten oder Gartencentern, Köder zu kaufen. Wenn Sie allerdings diese Köder einsetzen, betreiben Sie letztendlich Symptomkuriererei. Sie bekämpfen möglicherweise ein einzelnes Tier oder vielleicht auch sogar einzelne Tiere. Aber damit lösen Sie das Problem nicht. Deswegen ist bei einem Verdacht auf Rattenbefall dringend geraten, den Fachmann dazu zu holen, der sich damit auskennt und das Problem auch lösen kann.