Rettung der Schwimmbäder in BW: DLRG fordert Plan von der Politik

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Stefan Orner
SWR1 Moderator Stefan Orner (Foto: SWR, SWR1)
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Dorothee Zeißig

Kein Geld für Renovierung, Personalmangel und teures Gas: Die Schwimmbäder in Baden-Württemberg sind in der Krise. Der DLRG fordert einen Plan von der Bundesregierung.

Immer wieder müssen Schwimmbäder in Baden-Württemberg ihre Öffnungszeiten reduzieren oder sogar schließen, es fehlen Personal und Geld für Sanierungen. Dieses Bädersterben hat aus Sicht von DLRG-Präsidentin Ute Vogt ernste Konsequenzen:

»Wo kein Bad ist, kann auch niemand schwimmen lernen.«

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DLRG fordert Bedarfsplan für Schwimmbäder in Deutschland

Die DLRG-Präsidentin wünscht sich einen runden Tisch mit dem Bund, den Ländern und den Gemeinden: Denn die Länder machen die Lehrpläne, die Gemeinden müssen die Kosten tragen und der Bund biete Investitionsprogramme an. Doch die wirken auf Vogt nicht geplant, sondern eher zufällig: So kritisiert sie beispielsweise ein aktuelles Programm der Bundesregierung, für das sich Bäder bis September melden müssen, wenn sie sanieren wollen. Für dieses Investitionsprogramm qualifizieren sich ihrer Meinung nach nur die Bäder, die bereits ein bisschen Geld auf der hohen Kante haben oder die eine Verwaltung haben, die schnell reagiert.

»Was wir fordern, ist ein flächendeckender Bäderbedarfsplan: Wo sind die Schwarzen Löcher? Wo brauchen wir Ausbildungsfelder? - nicht Förderprogramme, die zwar toll sind, aber am Ende eben eher zufällig dann irgendwo landen.«

Bäder zu erhalten sei eine teure Angelegenheit. Die sollte sich die Gesellschaft laut Vogt aber leisten, weil sie für Kinder und Jugendliche wichtig sei.

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Schwimmunterricht ist lebenswichtig

Laut Vogt fehlen in Deutschland Wasserflächen, auf denen Menschen Schwimmen lernen können. Früher habe jede Schule ein Lehrschwimmbecken gehabt - heute stehe Schwimmen zwar im Lehrplan, aber viele Schulen hätten keine Gelegenheit, das umzusetzen, weil kein Bad in der Nähe sei. Dabei ist Schwimmen nach Meinung Vogts eine Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

»Es ist ein Teil der Bildung und es ist vor allem ein lebenswichtiger Teil. Denn wir haben jetzt auch in diesem Jahr schon wieder 200 Menschen, die ertrunken sind und bis das Jahr zu Ende ist, werden es leider noch mehr werden. Insofern ist es dringend notwendig zum Schutz der Kinder und Jugendlichen, dass sie sichere Schwimmer werden.«

Hinzu komme, dass Schwimmlehrer:innen fehlten. Es entstehe ein Teufelskreis, der mit dem Mangel an Wasserflächen beginne.

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