Selbstständig mit Keramik: Marcel zahlt sich ein Mini-Job-Gehalt

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Autor/in
Anna Pöhler
Anna Pöhler
Ulrike Pia Stegemann
Ulrike Pia Stegemann
Mann mit schwarzen Locken lächelt in Kamera.
„Ich bin total der Menschen, ich muss mit meinen Händen arbeiten. Ich arbeite nicht so gerne am Computer und das ist normalerweise beim Produktdesign der Fall.“ (Marcel hat sich selbstständig gemacht.)
Drehscheibe an der gerade getöpfert wird.
Marcel liebt es in seinem Laden mit Porzellan und anderen Materialien zu arbeiten.
Mann schaut nach unten zu einer Töpferscheibe an der er gerade arbeitet.
In seinem eigenen Laden bietet Marcel auch Workshops an.
Mehrere selbstgemachte Tassen in weiß stehen in einem Regal.
In seinem Atelier arbeitet Marcel aktuell auch an seiner eigenen Kollektion.

Es ist immer schwierig, sich eine Selbstständigkeit aufzubauen. Es bedarf einem gewissen Backup. Deswegen habe ich mit meiner Frau entschieden: Sie hat ein gutes Einkommen und ich habe so die Möglichkeit, ohne Druck etwas aufzubauen.

Seit eineinhalb Jahren hat Marcel seinen eigenen Laden in der Mainzer Neustadt. Rundum verglast, kann man ihm tagsüber mit etwas Glück beim Drehen von neuen Objekten über die Schulter schauen. Abends gibt er hier einmal die Woche Workshops an der Drehscheibe. Währenddessen passt seine Frau auf die beiden Kinder auf. „Wir haben ein total umgedrehtes Rollenverhältnis und ich hab da überhaupt kein Problem mit. Ich find es super schön, auch viel Zeit mit meinen Kindern zu haben.“

Aktuell ist Marcel oft im Atelier, während seine Kinder in der Betreuung sind oder abends. Bevor er sich selbstständig gemacht hat, hat er in Darmstadt Produktdesign studiert und eine Zeitlang in einem Angestelltenverhältnis gearbeitet. „Ich bin total der Menschen, ich muss mit meinen Händen arbeiten. Ich arbeite nicht so gerne am Computer und das ist normalerweise beim Produktdesign der Fall.“

Im Studium hat er verschiedene Materialien und Handwerke kennengelernt und schnell Freude am Thema „Steinzeug“ (Ton) und Porzellan gefunden. Heute dreht er selbst Porzellan. „Was mich an der Keramik so total fasziniert hat, im Vergleich zu den anderen Handwerken, ist, dass es super direkt ist. Also es entsteht direkt aus der Hand heraus. Und das ist etwas, was man in so in keinem anderen Handwerk findet.“

Aktuell arbeitet Marcel an einer neuen Kollektion, die bald in seinem Laden und Onlineshop zu sehen sein soll. Auch die Workshops will er weiterhin anbieten. „Die Workshops sind ja nicht nur dafür da, das Handwerk kennenzulernen, sondern ich möchte natürlich auch, dass die Leute mal ihren Alltag vergessen, irgendwie sich auf etwas Neues einlassen, was man auch als erwachsene Person nicht mehr oft macht.“

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