Hazim ist Busfahrer in Biberach. Er trägt ein weißes Hemd. Im Hintergrund sind drei Busse zu sehen: Einer ist blau die anderen beiden rot. Hazim lacht in die Kamera.

Busfahrer gesucht: In Biberach bringt Hazim und seine Familie aus Syrien die Lösung

Stand
Autor/in
Alfred Knödler
Onlinefassung
Chiara Breuninger

Hazim flüchtet vor 9 Jahren von Syrien nach Deutschland. Hier wird ihm empfohlen, Busfahrer zu werden. Hazim und seine Familie sind heute im Stadtverkehr von Biberach sehr beliebt.

Flucht von Syrien nach Deutschland 

Hazim flieht vor 9 Jahren vor dem syrischen Bürgerkrieg: Über die Türkei, den Seeweg nach Griechenland und über den Balkan gelangt schließlich nach Deutschland. Hier angekommen belegt Hazim einen Sprachkurs und geht zum Jobcenter: „Die haben mich gefragt, was ich in meiner Heimat gemacht habe. Dann habe ich erzählt, dass wir als Familie ein Busunternehmen geführt haben.“ Daher wird Hazim empfohlen auch hier als Busfahrer zu arbeiten: „Dann habe ich in Deutschland einen Busführerschein gemacht und arbeite jetzt seit 2017 als Busfahrer im Stadtverkehr in Biberach.“   

Fahrermangel im ÖPNV 

Da weitere Stellen offen sind, holt Hazim seine beiden Brüder Amjad und Ibrahim von Syrien nach Oberschwaben. Und auch seinen Cousin Mohamed. Auch sie verstärken nun das Busfahrer-Team in Biberach. Die Menschen in Biberach fahren gerne mit Hazim und seiner Familie: „Ich kann mich nicht beklagen, es ist super“, berichtet ein Fahrgast. Auch die anderen Mitarbeitenden sind froh über die Unterstützung von Hazim und seiner Familie: „Wie eine Familie: zuverlässig, stabil. Wenn wir weitere solche Leute hätten, das wäre genial.“ 

In diesem Punkt kann Deutschland nicht mithalten 

In ihrer neuen Heimat fühlen sich die vier wohl. „Deutschland ist natürlich auch meine Heimat. Als ich hier angekommen bin, hat mir jemand ein Glas Wasser gegeben und gesagt: ,Herzlich willkommen‘. Das werde ich nie vergessen“, erinnert sich Amjad zurück. Nur an das deutsche Essen können sie sich noch nicht gewöhnen: „Das Essen hier ist anders, in meinem Heimatland ist es besser“, verrät Hazim lächelnd.  

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