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Eine Studie der Universität Konstanz mit 3.200 Befragten zeigt: Nur knapp 50 Prozent fühlten sich gut vom Staat über die Corona-Pandemie informiert.

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Außerdem wurde durch die Umfrage deutlich: Das Vertrauen zu Gesundheitssystem und Bundesregierung in der Corona-Krise hängt vor allem von der politischen Orientierung ab. Untersucht hat das der Politikwissenschaftler Marius Busemeyer von der Universität Konstanz. Die Studie basiert auf einem großangelegten Umfragenprogramm des Konstanzer Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ zum Zusammenhang zwischen der Pandemie und sozialer Ungleichheit.

Corona-Information der Regierung wird von vielen schlecht beurteilt

Die Studie untersucht die Einstellung der Bürger*innen zur Informationspolitik der Bundesregierung und auch das Vertrauen in unser Gesundheitssystem. Interessanterweise klaffen da doch ziemliche Lücken:

Mit der Information durch den Staat über Corona sind die Befragten weniger zufrieden. Im Gesamtdurchschnitt der Bevölkerung sind gerade mal 48,2 Prozent der Meinung, dass die Bundesregierung „ziemlich“ oder „sehr wahrheitsgetreu“ informiert habe. Das ist nicht mal die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Hier sollte nach Meinung des Studienleiters, Marius Busemeyer, dringend nachgebessert werden.

Die Hälfte der Befragten fühlt sich von der Bundesregierung nicht ausreichend über die Corona-Pandemie informiert.  (Foto: Imago, imago images/Future Image)
Die Hälfte der Befragten fühlt sich von der Bundesregierung nicht ausreichend über die Corona-Pandemie informiert. Imago imago images/Future Image

AFD-Anhänger sind besonders misstrauisch

Bei der repräsentativen Umfrage haben die Forscherinnen auch gefragt, welcher Partei man angehört.

Dabei zeigt sich - die Anhängerschaft der AfD ist besonders misstrauisch: Nur knappe 12 Prozent glauben, dass sie vom Staat ziemlich oder sehr wahrheitsgetreu über die Corona-Pandemie informiert werden. Das größte Staatsvertrauen in seriöse Information zeigen Anhänger der Bündnis 90/Die Grünen mit fast 70 Prozent und der CDU/CSU mit 66 Prozent.

Vertrauen in deutsches Gesundheitssystem

Deutlich mehr Vertrauen haben alle Befragten in die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystem. So geben fast 70 Prozent an, dass sie darauf vertrauen, im Fall einer eigenen Erkrankung am Coronavirus gut versorgt zu werden.

Am stärksten vertrauen hier wieder die Anhänger von Bündnis90/ Grünen auf unser Gesundheitsssystem - knapp über 80 Prozent fühlen sich gut versorgt. Am wenigsten Vertrauen haben AFD-Anhänger, nur etwa 44 Prozent halten unser Gesundheitssystem für ausreichend.

Krankenhaus in Italien in Zeiten von Corona (Foto: Imago, imago images/Pacific Press Agency)
Die Mehrzahl der Befragten halten die medizinische Versorgung in Deutschland auch während der Corona-Pandemie für ausreichend. Imago imago images/Pacific Press Agency

Ältere und Besserverdienende vertrauen am meisten


Die Studie hat auch den sozio-ökonomischen Hintergrund abgefragt. Besonders hohes Vertrauen in unser Gesundheitssystem haben Besserverdienende und ältere Menschen, die ja sogar vermehrt zur Risikogruppe gehören.

War Deutschland insgesamt gut auf die Corona-Pandemie vorbereitet? Auch dazu erfasste die Studie Meinungen. Und die Mehrheit sagt: Nein. Nur rund 36 Prozent der Befragten fanden, dass das deutsche Gesundheitssystem auf eine Krise vorbereitet gewesen sei. Die Vorbereitung auf die Corona-Pandemie beurteilen die Befragten insgesamt als gerade noch so gelungen.

Bei der Beurteilung der medizinischen Versorgung gehen die Meinungen in der Bevölkerung auseinander. Die meisten vertrauen jedoch auf die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems.  (Foto: Imago, imago images/Westend61)
Bei der Beurteilung der medizinischen Versorgung gehen die Meinungen in der Bevölkerung auseinander. Die meisten vertrauen jedoch auf die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems. Imago imago images/Westend61

Politische Gesinnung entscheidet über Misstrauen

Insgesamt zeigt die repräsentative Befragung, dass bei den Fragen ob man sich gut oder schlecht informiert fühlt und auf das Gesundheitssystem vertraut, es ganz stark davon abhängt, zu welcher Partei man sich hingezogen fühlt.

Besonders die Anhänger der AFD misstrauen dem Gesundheitssystem und der Informationspolitik der Bundesregierung. Und zwar viel häufiger als Menschen mit anderer parteipolitischer Ausrichtung.
Daneben spielen das Geschlecht, das Einkommen, das Alter und der Bildungsstand der Befragten auch eine Rolle – aber eine geringere.

Kein Riss durch die Gesellschaft

Studienleiter Marius Busemeyer von der Universität Konstanz zieht das Fazit, dass es in der Frage des Vertrauens in staatliche Institutionen keinen Riss quer durch die Gesellschaft gebe – wie das oft berichtet wird. Stattdessen zeige sie die Polarisierung zwischen einer misstrauisch-unzufriedenen Minderheit und dem mehrheitlichen Rest der Bevölkerung.

Die verschiedene Dimensionen des Vertrauens seien miteinander verflochten, so Busemeyer.

„Wer glaubt, bei einer Corona-Infektion nicht ausreichend versorgt zu werden und die Krisenvorbereitung als mangelhaft bewertet, der meint oft auch, dass die Bundesregierung die Bevölkerung nicht ausreichend, rechtzeitig oder wahrheitsgemäß informiert.“

Marius Busemeyer, Leiter der Studie
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