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Das Auftauen des Permafrostes ist ein großes Problem, weil es Methan freisetzt. Im Erdboden oder auch im Eis selbst sind unglaubliche Methanmassen eingeschlossen. Und die werden, wenn der Boden auftaut, in die Atmosphäre entweichen.

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Methan, also CH4, ist ein Gas. Es ist, so war der bisherige Stand, etwa 25-Mal so Treibhaus-wirksam wie CO2. Das ist wissenschaftlich momentan aber in einer großen Diskussion und daher wohl auch der Grund, warum das noch nicht ganz genau und präzise eingeordnet werden kann. Denn es ist tatsächlich so, dass der Anteil des CH4, des Methans, deutlich geringer ist als der des CO2. Das heißt: CO2 ist immer noch das bedeutendste. Aber das Methan kann in seiner Wirkung bis zu 35-Mal so stark Veränderungen hervorrufen, je nachdem, wie viel freigesetzt wird. Das unterliegt im Moment vielen, vielen Berechnungen.

"Positive Rückkopplung": Wenn sich das System aufschaukelt

Das ist eine sogenannte „positive Rückkopplung“. Daran ist nichts positiv; sie ist nur gleichgerichtet zur Bewegung: Es wird wärmer, deswegen taut es, deswegen wird Methan freigesetzt, und deswegen taut es dann noch schneller auf, was wieder noch mehr Methan freisetzt. Da haben wir ganz verschiedene Prozesse auf dieser Welt, die sich beeinflussen.

Da geht es auch über den Wasserdampf, über die sogenannten Clathrate. Das ist praktisch Methanhydrat, das sich in den Tiefen des Ozeans befindet, das unter Druck und tiefen Temperaturen dort eingeschlossen ist. Bei einem Meerestemperaturanstieg – Sie brauchen sehr viel Energie, bis der Anstieg erreicht ist; ich will hier niemandem Sorgen einreden – aber würden diese Clathrate freigesetzt, man nennt das „brennendes Eis“, dann könnte der Anstieg plötzlich sehr schnell verlaufen. So etwas hat es wahrscheinlich vor 55 Millionen Jahren im Eozän schon mal gegeben, so sagen die Paläoklimatologen. Es ist darauf also ein besonderes Augenmerk zu richten.

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