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Klimawandel, Klimakrise, Klimakatastrophe: Welcher Begriff passt am besten?

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Sven Plöger
Meteorologe Sven Plöger (Foto: IMAGO, Klaus W. Schmidt via www.imago-images.de)

Die Begrifflichkeit hat sich etwas verändert. Lange sprach man vom Klimawandel. Jetzt verbreitet sich so langsam der Begriff Klimakrise.

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Wandel ist einfach sehr neutral. Wenn man in die Historie geht und sieht, wie dieser Begriff erfunden wurde, ist man vielleicht auch wieder ein bisschen distanzierter.

Klimakatastrophe: übertriebene Bezeichnung

Klimakatastrophe hat mir nie gefallen, weil das so eine übertriebene Bezeichnung war. Die Krise ist von ihrer Etymologie her ein Wort, das ein kurzfristiges Ereignis beschreibt, also „Corona-Krise“.

Beim Klima haben wir aber etwas, das weit über die Krise hinaus geht, um das Thema irgendwann in einer guten Weise für unsere Gesellschaft aufzulösen, was zweifellos nicht einfach ist.

Eigentlich brauchen wir eine Transformation, also die Transformation unseres Agierens mit der Umwelt und möglichst in Zukunft weniger gegen sie.

Klimawandel: neutral, aber physikalisch richtig

Der Begriff „Krise“ fällt mir auch schwer. Deswegen bleibe ich beim neutralen Klimawandel. Da wandelt sich was, das ist physikalisch richtig. Aber es hat mittlerweile auch eine gewisse Dramatik dadurch, dass wir immer mehr Zeit verlieren. Denn wir tun immer noch viel zu wenig, obwohl uns als Gesellschaft schon sehr bewusst ist, jedenfalls ganz vielen Menschen (nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Welt), dass sich etwas ändern muss.

Die Treibhausgase kann man eben nicht sehen, Kohlendioxid kann man nicht sehen und auch andere Schadstoffe kann man oft nicht sehen. Da sage ich dann immer: Nehmt als Beispiel einfach den Plastikmüll! Den kann man sehen, und daran spürt man, dass wir Menschen durch unser Verhalten sehr viel Einfluss nehmen auf unsere Umwelt. Da müssen wir jetzt einige Sachen wirklich ernsthaft und mit einer gewissen zeitlichen Knappheit korrigieren.

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