Ernährung

Sind Teebeutel aus Kunststoff gesundheitlich bedenklich?

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Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Oliver Reuther)

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Trend: Tee in Kunstsoffbeuteln

Seit Jahren wird Tee verstärkt in Kunststoffbeuteln angeboten. Teebeutel wie früher aus einfacher Zellulose – also Papierfasern – gibt es zwar auch noch, aber immer weniger. Die neuen Kunststoff-Teebeutel sind meist pyramidenförmig. Einer der Gründe für ihre Einführung: Tee, der in diesen Beuteln aufgebrüht wird, entfaltet ein besseres Aroma als Tee aus Papierfaserbeuteln.

Nach heutigem Stand keine Gesundheitsgefahr durch moderne Teebeutel

Es handelt sich bei dem Material auch nicht, wie viele glauben, um Nylon, sondern um Polylactid – chemisch gesehen sind das polymerisierte, also verkettete Milchsäuremoleküle. Es wird aus Maisstärke hergestellt, ist also auch kein Erdölprodukt. Weichmacher (Phtalate), wie man sie von manch anderen Kunststoffen kennt, sind auch keine drin, vielmehr werden diese Polyactide bei höheren Temperaturen und im heißen Wasser von sich aus weich.

Material ist biologisch abbaubar, Beutel sollten aber nicht auf den Kompost

Die Teebeutel sollten aber dennoch nicht in den Gartenkompost, denn um sie abzubauen, sind höhere Temperaturen notwendig: solche, die nur in Industriekompostanlagen entstehen.

Aber immerhin: Das Zeug wird vollständig abgebaut – und das ist sogar ein Vorteil gegenüber den alten dünnen Papierfaser-Teebeuteln. Da denkt man immer, die verrotten schnell – aber die meisten dieser Teebeutel bestehen tatsächlich nur zu ungefähr 80 Prozent aus Papier, zu 20 Prozent aber aus einem feinen Gerüst aus hitzebeständigem Polypropylen. Das verrottet sogar schlechter als das Polylactid der Kunststoff-Beutel.

Von der Ökobilanz am besten ist aber ohne Zweifel loser Tee – ohne Beutel, den man in einem wiederverwendbaren Sieb oder Filter aufbrüht.

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