Gespräch

Gedichte und Lieder der russischen Lyrikerin Olga Martynova und des jüdischen Dichters Oleg Jurjew

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INTERVIEW
Kerstin Bachtler

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags am 27. Januar hat die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz die russische Lyrikerin Olga Martynova und ihren Sohn, den Lyriker und Übersetzer Daniel Jurjew eingeladen. Sie lesen ihre eigenen Gedichte sowie Texte des jüdischen Lyrikers Oleg Jurjew, Martynovas verstorbenen Ehemanns, vor. Daniel hat die Gedichte seines Vaters vom Russischen ins Deutsche übersetzt.

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Lyrik ist keine Bewältigungsstrategie

Auch wenn Olga Martynova in ihren Gedichten manchmal auf politische Ereignisse Bezug nimmt, so sieht sie sich nicht als politische Schriftstellerin. „Ich glaube, die Lyrik und die Kunst helfen Menschen einfach, weiterzuleben. Sie gehören einfach zum Leben, genau so selbstverständlich wie die Natur“, sagt Martynova.

Gedichte haben etwas mit jüdischem Leben zu tun

Olga Martynova und Daniel Jurjew haben zum Teil witzige, aber auch rätselhafte und sehr ernste Texte ausgewählt. Daniel Jurjew hat unter anderem das Gedicht seines Vaters über Wagners Musik übersetzt.

Die war in Israel lange nicht zu hören, weil sich einige daran erinnerten, dass Wagners Musik gespielt wurde, als die Jüdinnen und Juden in den Konzentrationslagern in die Gaskammern geführt wurden.

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S. Fischer Verlag, 304 Seiten, 25 Euro
ISBN 978-3-10-397519-2

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