Eine Frau tankt in einer Tankstelle ihr Auto. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Hohe Kraftstoffpreise

Warum Benzin und Diesel wieder teurer geworden sind

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Michael Herr
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Jutta Kaiser
Bild von Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.  (Foto: SWR, Andrea Schombara)

Kraftstoffpreise schwanken, aktuell sind sie wieder deutlich gestiegen. Die Entwicklung lässt sich nur teilweise erklären.

Für die Tankstellenbetreiber liegt die Schuld für die aktuelle Preisrallye im Ausland: Doch anders als zu Beginn des Ukrainekriegs diesmal nicht im Osten, sondern im Westen: Jürgen Ziegner, Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes sagte, die Streiks in den französischen Raffinerien seien der wichtigste Grund für den aktuellen Preisanstieg.

Sprit fließe immer nur in eine Richtung. Dahin, wo das meiste dafür gezahlt werde. Und das sei derzeit wegen des streikbedingten Spritmangels eben Frankreich. Die Folge: Auch an Tankstellen in Deutschland gingen die Preise nach oben.

Auch Heizölbedarf treibt die Preise nach oben - vor allem bei Diesel

Daneben macht Ziegner auch den von Woche zu Woche stärker gestiegenen Heizölbedarf der Industrie für den Anstieg verantwortlich. Weil Betriebe versuchten, in der Produktion und für Wärme exorbitant teures Gas durch Öl zu ersetzen, gehe es derzeit vor allem mit dem Dieselpreis steil nach oben.

Argumente, die den ADAC nicht überzeugen, um die aktuelle Trendwende nach einem Monat fallender Spritpreise zu erklären.

ADAC: Benzinpreise nach wie vor zu hoch

Ein Großteil der 11 Cent, die Diesel im Schnitt in der vergangenen Kalenderwoche 40 teurer geworden ist, sei zwar erst in der zweiten Wochenhälfte dazugekommen, erklärte ADAC Kraftstoffexperte Jürgen Albrecht - Grund sei, dass das Ölförderkartell Opec Plus beschlossen hatte, weniger Öl zu fördern - die Höhe des Preissprungs lässt ihn aber skeptisch zurück. Sie sei auch durch ein Zusammenkommen mehrerer negativer Effekte nicht zu erklären. Der ADAC kritisiert: Die Spritpreise seien weiterhin viel zu hoch.

SWR-Langzeit-Monitoring zu den Diesel- und Benzinpreisen

Der SWR verfügt über ein eigenes Preismonitoring-System. Dafür analysiert das datenjournalistische Redaktionsteam SWRdata Preisdaten aller rund 15.000 Tankstellen in Deutschland in Echtzeit. In die Berechnungen und Analysen fließen alle Preisänderungen aller in Deutschland aktiven und gemeldeten Tankstellen ein. Täglich fallen mehr als 1,5 Millionen Preisdaten an, die verarbeitet werden. Die Rohdaten bezieht SWRdata über den bei der Markttransparenzstelle zugelassenen Verbraucherinformationsdienst 123tanken. Alle weiteren Berechnungen erfolgen unabhängig im SWR selbst. Die Preisinformationen werden täglich von SWRdata ausgewertet und unter anderem hier veröffentlicht.

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