Solarpanele am Balkon: So können Mieter Sonnenergie nutzen. (Foto: IMAGO, imagebroker)

Workshop in Gusterath

So baut man eine Solaranlage für den eigenen Balkon

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AUTOR/IN
Joachim Keller

Geranien sehen zwar schöner aus, aber eine eigene Photovoltaik-Anlage auf dem Balkon spart viel Geld. Wie man die selber installiert, haben Experten in Gusterath vorgeführt.

Carola Heimann kniet zusammen mit Frank Bonert vor einer Solarzelle. Die beiden schließen daran gerade einen Wechselrichter, eine WLAN-Steckdose und einen Anschlussstecker an. Mehr braucht es nicht, um ein Balkonkraftwerk aufzubauen. 

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Wie das genau geht, erklärt ihnen Professor Dr. Johannes Stolz von der Hochschule Koblenz. Der Spezialist für Elektrotechnik gibt Tipps - zeigt welches Kabel in welchen Anschluss muss, beantwortet Fragen. Und macht Mut. Die Photovoltaik-Anlage für den Balkon könne wirklich jeder zusammenbasteln.

In 15 Minuten steht die Balkon-Solaranlage 

Stolz verspricht den Teilnehmern, dass jeder innerhalb einer Viertelstunde zwei Solarmodule auf seinem Balkon anbringen kann.

Photovoltaik-Workshop in Gusterath (Foto: SWR)
Geht nicht - gibts nicht verspricht Prof. Dr. Johannes Stolz (rechts im Bild) den Teilnehmern seiner Workshops. Seit dem Frühjahr ist er ein gefragter Mann, weil viele Menschen ihre Energiekosten senken wollen. Seine Photovoltaik-Bausätze seien schnell zusammenzubauen, sagt er. Organisiert haben den Workshop Annette Massing und Frank Reuter vom Heimatverein Gusterath.

Erst müssen alle Komponenten zusammengesteckt werden, dann die smarte WLAN-Steckdose mit einer App verbunden werden und zum Schluss muss noch eine Genehmigung an den Netzbetreiber verschickt werden. 

So teuer ist ein Balkonkraftwerk 

Die Einzelteile für eine 600 Watt Anlage kosten momentan zwischen siebenhundert und neunhundert Euro. Professor Stolz ist sich sicher, dass die Wechselrichter und Solarmodule bald wieder günstiger zu bekommen sind.

Durch einen Lockdown in Shanghai und die Schließung des dortigen Hafens ist es in den vergangenen Monaten zu erheblichen Lieferengpässen von Photovoltaikanlagen gekommen. 

Solarstrom-Workshop ist der Renner 

Seit vier Monaten bietet das Team von Johannes Stolz diesen Photovoltaik-Workshop mit großem Erfolg an. Eine Veranstaltung in Koblenz besuchten sogar 650 Teilnehmer. Knapp 100 Interessierte kamen nach Gusterath. Meist keine "typischen" Umweltschützer sagt Stolz. Die meisten kämen weil sie ihre eigenen Stromkosten senken wollen.

Photovoltaik-Workshop in Gusterath: In wenigen Schritten zum eigenen Balkonkraftwerk (Foto: SWR)
Klaus Weber (links im Bild) ist neugierig, was der Workshop zu bieten hat. Er überlegt, einige Solarmodule im Garten oder auf seinem Hausdach anbringen zu lassen. Paul Roth (rechts) möchte sich auch ein Balkonkraftwerk anschaffen, um seinen Stromverbrauch zu reduzieren und Geld zu sparen. Bild in Detailansicht öffnen
Carole Heimann ist sehr interessiert an erneuerbaren Energien. Sie überlegt, sich eine kleine Anlage anzuschaffen. Frank Bonert ist Energieanlagenelektroniker und besitzt bereits eine Balkon-Solaranlage. Er will sie um weitere Module erweitern. Bild in Detailansicht öffnen
Andreas Helfrich beschäftigt sich schon länger mit Photovoltaikanlagen. Mit einem eigenen Solar-Balkonkraftwerk möchte er seine Waschmaschine und Spülmaschine betreiben. Bild in Detailansicht öffnen
Gisela Fring, vom Heimatverein, der den Workshop veranstaltet hat, möchte herausfinden, ob sie ihre Photovoltaikanlage auf dem Hausdach mit einem Balkonkraftwerk erweitern kann. Bild in Detailansicht öffnen
Ali Rezania informiert sich, wie die Solarmodule funktionieren und wie diese angeschlossen werden. Wenn die Anschaffungskosten etwas gesunken sind, möchte er sich ein Balkonkraftwerk anschaffen. Bild in Detailansicht öffnen

Besonders für Leute die tagsüber zu Hause sind lohnt sich diese Anlage. Sie können den selbsterzeugten Strom direkt verbrauchen. Einen integrierten Stromspeicher enthält die Mini-Photovoltaikanlage allerdings nicht.

Weitere Photovoltaik-Pläne für Gusterath 

In Gusterath will man sich aber mit dem Balkon-Sonnenstrom allein nicht zufrieden geben. Dort sind schon neue Photovoltaik-Pläne im Gespräch. Seit April gibt es im Ort eine Bürgerenergiegenossenschaft. Diese möchte die Stromversorgung in der Gemeinde nachhaltiger gestalten und schon bald eine erste acht Hektar große Photovoltaik-Freiflächenanlage realisieren.

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Joachim Keller