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Die jährliche Stromabrechnung bringt für viele das böse Erwachen. Und oft heißt es nachzahlen. Dabei können Sie mit ein paar einfachen Kniffen im Haushalt Ihren Stromverbrauch deutlich senken.

Stromfesser entlarven

Wie viel Strom ein Gerät tatsächlich verbraucht, das lässt sich mit einem Energie-Kosten-Messgerät relativ einfach überprüfen. Solche Geräte gibt es online bereits für unter zehn Euro zu kaufen. In vielen Fällen bieten neben den Verbraucherzentralen auch die Energieversorger das kostenlose Ausleihen eines solchen Messgerätes an. Wer seinem Stromverbrauch ganz auf den Grund gehen möchte, der sollte alle Verbraucher im Haus auf ihren tatsächlichen Stromverbrauch überprüfen. Die Verbraucherzentrale rät dazu: "Vergleichen Sie den gemessenen Stromverbrauch mit einem neuen, energieeffizienten Modell im Handel."

Effizienz-Label (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bildagentur-online/Falkenstein)
Den Jahres-Stromverbrauch können Sie einfach beim Energieeffizienzlabel am Gerät ablesen." Ein Tausch, so die Verbraucherschützer weiter, kann sich also schnell bezahlt machen. Bildagentur-online/Falkenstein

Abgeschaltet? Von wegen!

Das Gerät ist abgeschaltet, also verbraucht es keinen Strom. Das ist oft ein Trugschluss, denn gerade externe Netzteile, wie zum Beispiel am Laptop verbrauchen oft auch dann Strom, wenn das Gerät selbst abgeschaltet ist. Ebenfalls kein Kostverächter: Das in der Steckdose vergessene Smartphone-Ladegerät. Ob ein externes Netzteil wirklich Strom verbraucht, lässt sich erfühlen, so die Verbraucherschützer: "Fühlen Sie, ob das Netzteil warm ist. Ist das der Fall, so verbraucht das Gerät weiterhin Strom."

Kühlen und Gefrieren

Experten weisen auf die Tatsache hin, dass das Absenken der Temperatur in Kühl- und Gefrierschränken um 1 Grad Celsius den Stromverbrauch bereits um runde sechs Prozent steigern kann! Hier ein paar Tipps für stromsparendes Kühlen und Gefrieren.

  • Kühl- und Gefrierschrank-Türen möglichst nur kurz offen halten.
  • Warme Speisen und Getränke vor dem Kühlen auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
  • Gefriertruhen oder -schränke auf maximal -18 Celsius Grad einstellen.
  • Kühlschank-Temperatur auf +7 Grad im obersten Fach einstellen.

Falls Sie allerdings oft schnell verderbliche Lebensmittel, wie Hackfleisch kühlen möchten, sollte die Temperatur allerdings auf +2 Grad abgesenkt werden, so die Experten.

Spülmaschine

Spülmaschinen sind eine wunderbare Arbeitserleichterung, benötigen aber neben viel Wasser auch jede Menge an elektrischer Energie. Deshalb raten die Fachleute:

  • Nutzen Sie energiesparende Automatik-Programme mit niedrigen Temperaturen
  • Entfernen Sie grobe Essensreste vor dem Einräumen. Echtes Vorspülen ist allerdings unnötig.
  • Schalten Sie die Spülmaschine nur voll beladen ein.

Kochen und Backen

Backofen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Ginette Haußmann)
Ginette Haußmann

Ebenfalls hungrig nach Strom sind Herd und Backofen. Doch auch hier gibt es im täglichen Betrieb Einspar-Potential:

  • Nutzen Sie die Umluftfunktion Ihres Backofens.
  • Verwenden Sie für Pfannen und Töpfe wenn möglich immer einen Deckel.
  • Für einen Garvorgang, z.B. bei Gemüsen, sind ein bis zwei Zentimeter Wasser im Topf ausreichend.

Waschen und Trocknen

Sauber soll die Wäsche werden und das ohne viel Aufwand. Mit diesen Tipps sparen Sie dabei sogar noch Strom ein:

  • Wäsche wenn möglich auf dem Ständer oder der Leine trocknen lassen.
  • Schleuderdrehzahl der Waschmaschine möglichst hoch wählen.
  • Waschtemperaturen von 30 bis 40 Grad sind fast immer ausreichend.
  • Achten Sie auf ausreichend volle Beladung.
  • Nutzen Sie Energiespar- oder bei leichten Verschmutzungen oder nicht ganz gefüllter Maschine Kurz-Programme.

Entertainment

Gerade bei Fernsehgeräten, Spielekonsolen oder dem Heimcomputer lauern viele heimliche Stromfesser. Denn jedes dieser Geräte verbraucht Strom, wenn es am Netz hängt. Eine wirklich gute und einfache Möglichkeit hier Strom einzusparen sind abschaltbare Steckerleisten.

Steckdosen-Leiste (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Zoonar.com/Trischberger Rupert)
Abschaltbare Steckdosen-Leisten stoppen heimliche Strom-Fresser zuverlässig. Zoonar.com/Trischberger Rupert

Diese gibt es auch fernbedienbar oder als "smarte" Variante. Ansonsten können Sie wie folgt Strom sparen:

  • Nehmen Sie TV-Geräte und Stereo-Anlagen, Spielkonsolen und Computer bei Nichtbenutzung mit einer abschaltbaren Steckdosen-Leiste komplett vom Netz
  • Aktivieren Sie den "Ruhezustand" am PC, wenn Sie den Heim-Arbeitsplatz öfter verlassen müssen.
  • Deaktivieren Sie Ihr WLAN über Nacht und schalten Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus.

Licht

LED-Leuchtmittel haben den Stromverbrauch in den letzten Jahren deutlich sinken lassen. Inzwischen gibt es die hellen Stromsparer für fast alle Bereiche günstig zu haben. Trotzdem gibt es noch Einspar-Potential.

  • Schalten Sie das Licht ab, wenn Sie es nicht benötigen.
  • Ersetzen Sie Glüh- und Energiesparlampen bei Bedarf durch LED-Technik.
  • Bei Lampen mit separatem Netzteil nehmen Sie auch dieses bei Nichtgebrauch komplett vom Netz

Ein Tipp für Renovierer und Häuslebauer: Setzen Sie in häufig oder selten genutzten Bereichen auf Bewegungsmelder. Diese schalten das Garagen- oder Keller-Licht zuverlässig ab.

Weiteres Spar-Potential

Ebenfalls Einspar-Potential bietet zum Beispiel die Heizungsanlage und die Warmwasserbereitung. Die Experten der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online gehen davon aus, dass zum Beispiel der Einbau einer energieeffizienten Umwälz- oder Zirkulationspumpe die Stromkosten um bis zu 100 Euro senken kann. Wer den Untertisch-Warmwasser-Speicher in der Küche gegen einen neuen Durchlauferhitzer tauscht, kann im Jahr über 30 Euro sparen.

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