59 Teilnehmende waren beim Mathheiser Weiher parkrun am Samstag dabei  (Foto: SWR)

Weltweiter Trend in Trier

Wie der "parkrun" die Trierer zum Laufen motiviert

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AUTOR/IN
Lara Dudek

Jeden Samstag treffen sich Menschen in Trier zum "parkrun". Es geht dabei nicht um Schnelligkeit. Sondern darum, fit zu werden und Freunde zu finden.

Es ist kurz vor neun am Mattheiser Weiher in Trier. Die Gruppe Laufbegeisterter, die minütlich größer wird ist bunt gemischt. Alt und Jung haben sich die Laufschuhe angezogen. Gespannt warten die etwa 60 Läuferinnen und Läufer auf den Start, dehnen und unterhalten sich. Drei Runden um den Mattheiser Weiher liegen vor ihnen, genau fünf Kilometer. Auf "Go und viel Spaß" setzen sich die Teilnehmenden in Bewegung. Die einen schneller, die anderen etwas gemütlicher.

59 Teilnehmende waren beim Mathheiser Weiher parkrun am Samstag dabei  (Foto: Tamara Büsch)
Bevor es pünktlich um neun Uhr losgehen kann werden die Teilnehmenden noch von der Laufleitung über die Regeln aufgeklärt.

Mit Lauftrend fit für den Frühling

Unter den Läuferinnen und Läufern ist auch Katja Barra. Früher sei sie viel und regelmäßig gelaufen, erzählt die Triererin und joggt entspannt weiter. Dann habe sie mehr als zehn Jahre pausiert. Als ihr dann ein Freund vom "parkrun"-Konzept erzählte, war sie sofort begeistert. "Ich ziehe die Schuhe an, komme her und laufe los, für mich ist das jeden Samstag ein schöner Start ins Wochenende."

59 Teilnehmende waren beim Mathheiser Weiher parkrun am Samstag dabei  (Foto: SWR)
Katja Barra ist in ihrem Element. Der Mattheiser Weiher liegt ganz in der Nähe von ihrem zu Hause.

"Ich ziehe die Schuhe an, komme her und laufe los, für mich ist das jeden Samstag ein schöner Start ins Wochenende."

parkrun-Familie hält zusammen

Seit etwas mehr als einem halben Jahr ist sie nun schon dabei. Und das nicht nur als Läuferin. Denn im Herbst wurde Katja schwer krank. Und auf einmal gab es andere Prioritäten. Operationen mussten bewältigt werden, um schnell wieder auf die Beine zu kommen, erinnert sie sich als es auf die zweite Runde am Mattheiser Weiher zugeht. Jeden Samstag mitlaufen war da einfach körperlich nicht drin.

"Der parkrun und die ganze Community hat mich motiviert weiter zu machen, mich durch die Krankheit getragen."

Also fing sie an, als Helferin zu unterstützen, backte Kuchen für das gemütliche Zusammensein nach dem Lauf oder feuerte als Streckenposten an. "Der parkrun und die ganze Community hat mich motiviert weiter zu machen, mich durch die Krankheit getragen."

59 Teilnehmende waren beim Mathheiser Weiher parkrun am Samstag dabei  (Foto: SWR)
Das Team besteht aus mittlerweile 55 Ehrenamtlichen, die sich untereinander abwechseln und verschiedene Aufgaben wie Streckenposten oder Laufleitung übernehmen.

Egal ob 20 oder 50 Minuten: Jeder so wie er kann

Seit einem Monat gehe es ihr nun wieder gut, sagt sie und lächelt. Mit dem Laufen hat sie nun wieder angefangen, möchte vollständig fit werden und gesund in den Frühling starten - aber ganz entspannt und ohne Druck.

Dass jeder Läufer hier sein Ding durchziehen könne, egal in welchem Laufrhythmus und mit welcher Zeit gefalle ihr mit am besten, sagt Katja. Das mache es ja so vielseitig. Und so geht es nicht nur der Triererin.

"Es ist eine lockere und coole Community, die man hier trifft. Ein bunte Truppe. Das verbindet."

Ab an die Luft und neue Leute treffen

Wie schnell man laufe sei egal, erzählt ein junger Vater, der heute mit seiner Familie das vierte Mal dabei ist. Momentan bereite er sich auf einen Marathon vor. Der Mathheiser Weiher parkrun sei für ihn ein guter Regenerationslauf, sagt er, während er seinen schlafenden Sohn im Kinderwagen vor sich herschiebt.

59 Teilnehmende waren beim Mathheiser Weiher parkrun am Samstag dabei  (Foto: Patrick Slater)
Laufen gehen - nicht ohne die Familie. Dieser junge Vater und seine Frau nehmen ihren Sohn beim Laufen einfach mit.

Die großen Läufe laufe er auch gerne, aber die kleinen Veranstaltungen seien etwas ganz besonderes, viel familiärer. "Es ist eine lockere und coole Community, die man hier trifft. Eine bunte Truppe. Das verbindet."

parkrun in Trier hat immer mehr Zulauf

Beim ersten Mattheiser Weiher parkrun im Juli vergangenen Jahres sind etwa 30 Teilnehmende an den Start gegangen, erinnert sich Mimi Smith. Die Engländerin hatte das ursprünglich in Großbritannien erfundene Laufkonzept vor ein paar Jahren nach Trier gebracht. Heute seien es knapp 60 Läuferinnen und Läufer gewesen, so viele wie noch nie zuvor. Und es werden immer mehr. Sogar internationale Gäste laufen in Trier mit.

Zum Beispiel ein Pärchen aus den Niederlanden: Sie kannten das Laufkonzept schon aus ihrer Heimat, haben in den Niederlanden an vielen Läufen teilgenommen. Dann brachte sie Parkrun in die älteste Stadt Deutschlands.

59 Teilnehmende waren beim Mathheiser Weiher parkrun am Samstag dabei  (Foto: SWR)
Dieses Paar kommt aus den Niederlanden extra für den parkrun. Ein Besuch der ältesten Stadt Deutschlands lassen sie sich nicht entgehen. Für sie ist es der erste parkrun außerhalb von den Niederlanden.

Und auch die Spanier Carlos und Nacho, die als eine der Ersten ins Ziel kommen, halten sich mit parkrun fit. Sie kommen aus Südengland, besuchten in Trier die Schwester und legten ihren Urlaub extra so, dass sie beim Mattheiser Weiher parkrun mitlaufen konnten.

59 Teilnehmende waren beim Mathheiser Weiher parkrun am Samstag dabei  (Foto: SWR)
Carlos und Nacho Fernandez wohnen in Südengland und kommen aus Spanien. Sie kamen als eine der Ersten ins Ziel.

Katjas Ziel: 30 Minuten auf fünf Kilometer

Mittlerweile ist auch Katja Barra im Ziel angekommen. Solide 33:45 Minuten ist sie gelaufen. Bis zum Firmenlauf und dem Frauenlauf will sie ihre Zeit noch verbessern. Auf die stabile 30 Minuten trainiere sie hin, sagt sie und lacht. Und ein Halbmarathon sei auch auf ihrer Liste. Aber erst einmal läuft sie hier beim Mattheiser Weiher parkrun. Jeden Samstag um neun Uhr.

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