Simon Kaiser aus Hoppstädten-Weiersbach ist der beste Biathlet aus Rheinland-Pfalz. Der 23-Jährige träumt von den Olympischen Spielen in Italien, muss sich aber erst einmal in der zweiten Biathlonliga behaupten.

Profi-Biathlet aus Rheinland-Pfalz

Biathlon-WM: Simon Kaiser aus dem Hunsrück ganz nah dran

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Maximilian Storr

Heute startet die Biathlon-Weltmeisterschaft in Oberhof in Thüringen. Noch muss Simon Kaiser zuschauen. Doch der Biathlet aus Hoppstädten-Weiersbach will künftig selbst vorne mitlaufen.

Die 3.500-Einwohner-Gemeinde Hoppstädten-Weiersbach (Kreis Birkenfeld) ist nicht gerade als Biathlon-Hochburg bekannt. Simon Kaiser war das aber schon als Kind vollkommen egal.

Mit einem Holzgewehr, das ihm der Vater gebaut hat, flitzte Simon in seinen Pantoffeln durch die Wohnung und ums Haus, eiferte dabei seinen Idolen im Fernsehen nach. "Irgendetwas hat mich an diesem Sport gepackt", erzählt er.

Kaiser geht bemerkenswerten Karriereweg

Das ist jetzt mehr als ein Jahrzehnt her. Mittlerweile ist Simon Kaiser 23 Jahre alt. Bemerkenswert ist, dass der Hunsrücker mittlerweile zu den besten Biathleten in Deutschland gehört.

"Irgendetwas hat mich am diesem Sport gepackt."

Während seine Teamkollegen nämlich fast alle aus den klassischen Wintersportregionen in Bayern, Thüringen und dem Schwarzwald stammen, beginnt Kaisers Karriere quasi vor seiner Haustür in Hoppstädten-Weiersbach.

Biathlon-Strecke ums Haus im Hunsrück

"Als im Winter 2010 einmal besonders viel Schnee gelegen hat, haben wir gemeinsam eine kleine Strecke um unser Wohnhaus angelegt", erzählen seine Eltern Jutta und Hans-Günter, die noch immer in Hoppstädten-Weiersbach leben.

Mit einem kleinen Holzgewehr auf den Rücken umrundet der 11-Jährige auf seinen Skiern das Haus. "Er wollte gar nicht zum Essen reinkommen. Irgendwann nach drei Stunden war er bei 300 Runden angekommen", erzählt Mutter Jutta.

Probleme auf den Langlaufskiern

Schon früh habe er einen Ehrgeiz entwickelt, der ihn noch heute auszeichnet. Bei Crossläufen und Mountainbike-Wettbewerben in der Region ist er oft vorne dabei, aber auch das Schießen fasziniert ihn.

Simon Kaiser schließt sich dem saarländischen TV Lebach an, beginnt dort mit Sommer-Biathlon.

Im Sommer läuft Kaiser bei den Wettbewerben vorne mit, auch beim klassischen Winter-Biathlon geht er an den Start. Kaiser hat aber Probleme auf den schmalen Brettern gegen die starke Konkurrenz, weil er in den eher milden Wintern im Hunsrück zu selten auf Skiern trainieren kann.

Harte Anfangszeit in Oberhof

Deshalb trifft Simon Kaiser mit 14 Jahren eine Entscheidung: Ihn zieht es aus dem Kreis Birkenfeld nach Oberhof. Er wechselt vom Gymnasium in Birkenfeld auf ein Sportinternat, soll dort speziell gefördert werden.

Die Anfangszeit sei dabei nicht einfach gewesen. "Das Internat hat am Wochenende zugemacht. Ich musste dann oft Freitag nach der Schule sechs, sieben Stunden mit dem Zug nach Hause fahren. Und am Sonntagmittag wieder zurück nach Oberhof. Das war schon stressig."

Beim IBU-Cup, der zweiten Liga des Biathlons, lieferte Simon Kaiser in der vergangenen Saison starke Ergebnisse. In diesem Winter will er es in den Weltcup schaffen.am.
Beim IBU-Cup, der zweiten Liga des Biathlons, lieferte Simon Kaiser in der vergangenen Saison starke Ergebnisse. In diesem Winter will er es in den Weltcup schaffen.

Vierter bei Junioren WM

Doch Kaiser beißt sich durch. Und die Mühe lohnt sich: Er verbessert sich Jahr für Jahr. 2021 feiert er seinen größten Erfolg: Er wird Vierter bei den Junioren-Weltmeisterschaften.

Mittlerweile läuft er im IBU-Cup, der "zweiten Liga" im Biathlon und hat dort am Wochenende als Neunter sein bestes Karriereergebnis erzielt. Gerne wäre er auch schon bei der diesjährigen Weltmeisterschaft gestartet, die heute in seiner Wahlheimat Oberhof beginnt.

Ziel sind die Olympischen Spiele

"Im Sommer habe ich schon davon geträumt, vielleicht da vorne mitlaufen zu können. Aber die Ziele haben sich bei mir verschoben, auch weil ich gesehen habe, wie schwer es ist, in der zweiten Liga unter die ersten zehn zu kommen."

"Im Sommer habe ich schon davon geträumt, da vorne mitlaufen zu können."

Sein erklärtes Ziel ist es aber, in Zukunft selbst bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen an den Start zu gehen.

Und zwar neben den großen Stars wie dem Norweger Johannes Thingnes Bø, der bei der WM der Topfavorit ist. Und auch wenn die WM in Oberhof noch zu früh kommt, ist sich Kaiser sicher: "In den nächsten Jahren werden noch andere gute Chancen kommen."

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