Winterdienst Straßenmeisterei Hemeskeil (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Schwieriger Einsatz in der Nacht

Unterwegs mit dem Winterdienst der Straßenmeisterei Hermeskeil

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Wenn die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt und darunter liegen, ist der Winterdienst der Straßenmeisterei Hermeskeil auf den Straßen unterwegs. Dabei ist nicht nur Vorsicht wegen des Glatteises geboten, sondern auch Autofahrer sorgen für gefährliche Situationen.

Morgens um zwei Uhr. Draußen ist es kalt, um die minus zwei Grad. Geschneit hat es in Hermeskeil im Hochwald nicht. In der Halle der Masterstraßenmeisterei Hermeskeil brennt schon Licht. Fabian Schmidt ist heute dafür zuständig, die Kontrollfahrt des Winterdienstes durch das Zuständigkeitsgebiet zu machen.

300 Kilometer Straße müssen kontrolliert werden

Schmidt und seine Kollegen sind für insgesamt 300 Kilometer Bundes-, Land- und Kreisstraßen zuständig. Ihr Gebiet erstreckt sich von rund um Hermeskeil, bis nach Nonnweiler im Saarland, sowie bis nach Trier-Ehrang. Bei Schneefall sind sie mit neun Fahrzeugen unterwegs.

Winterdienst Straßenmeisterei Hemeskeil (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
Fabian Schmidt arbeitet seit 13 Jahren bei der Straßenmeisterei in Hermeskeil. Besonders im Winter sind seine Kollegen und er Tag und Nacht gefragt. Insgesamt legt er mit seinem Unimog eine Strecke von rund 75 Kilometern am Tag zurück. Rund 300 Kilometer Strecke fahren er und seine Kollegen insgesamt ab. Andrea Meisberger

An diesem Morgen wird direkt während der Kontrollfahrt auch gestreut. Die Strecke von Fabian Schmidt ist ungefähr 75 Kilometer lang. Dafür braucht er in der Regel je nach Wetterlage zwei bis vier Stunden. Noch ein weiterer Fahrer ist neben Schmidt auf den Straßen unterwegs. Denn es wird nicht nur bei Schnee gestreut, sondern auch vorbeugend, sodass es gar nicht erst richtig glatt wird.

2.000 bis 4.000 Tonnen Salz pro Winter

Die Straßenmeisterei streut nicht nur mit Salz, sondern zusätzlich noch mit einer Natriumcloridlösung - also einer Mischung aus Wasser und Salz. Der Vorteil dieser: Sie haftet besser auf der Straße und wird nicht von den Autos weggeschleudert.

Bevor es losgeht, muss erst einmal die Salz-Wasser-Mischung in den Tank des Unimogs geladen werden, mit dem Schmidt später auf den Straßen unterwegs sein wird. Die kommt aus einer riesigen Anlage und dazugehörigen Tanks, die insgesamt 100.000 Liter fassen.

Winterdienst Straßenmeisterei Hemeskeil (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
In einer Holzhalle wird das Salz gelagert. Rund 3.000 Tonnen Streusalz passen hier hinein. Firmen liefern das regelmäßig an. Auch in den Außenstellen Züsch und Zerf wird noch Salz gelagert. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Insgesamt braucht der Winterdienst der Masterstraßenmeisterei Hermeskeil je nach Wetterlage zwischen 2.000 und 4.000 Tonnen Salz pro Winter. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Es wird nicht nur mit Salz, sondern auch mit einer Natriumcloridlösung gestreut, die in dieser Anlage produziert und in Tanks gelagert wird. Diese hat den Vorteil, dass sie auf der Straße haften bleibt, während das Streusalz durch den laufenden Verkehr teilweise weggeschleudert wird. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Vor jeder Fahrt muss der Tank für die Natriumchloridlösung aufgefüllt werden. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen

Das Streusalz kommt aus einer riesigen Halle. Insgesamt lagern hier 3.000 Tonnen Streusalz. Pro Winter brauchen sie rund 2.000 bis 4.000 Tonnen Salz. Das wird von Firmen regelmäßig angeliefert. Auch an diesem Morgen kamen zwei Lkw mit Streusalz, um den Vorrat aufzufüllen.

Wasser auf den Straßen wird zur gefährlichen Eisbahn

Auch wenn es nicht schneit, können die Straßen durch die Minustemperaturen trotzdem zu gefährlichen Eisbahnen werden - auch für die Fahrer des Streuwagens. Besonders an den Stellen, an denen Wasser über die Straße läuft.

"Es kann gefährlich werden. Wir haben zwar gute Reifen und können auch Schneeketten aufziehen, aber man muss dennoch mit Gefühl fahren."

Winterdienst Straßenmeisterei Hemeskeil (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
Hier ist Wasser über die Straße gelaufen und gefroren, sodass es sich dann zu einer für Autos gefährlichen Eisschicht entwickelt hat. Andrea Meisberger

Schmidt wird in seinem Unimog die Temperatur des Asphalts angezeigt. Während die Außentemperatur nur minus zwei Grad beträgt, hat der Asphalt eine Temperatur von minus vier Grad. Schmidt hält den Unimog auf einer Straße bei Grimburg an. Es glitzert auf dem Asphalt. Eine spiegelglatte Fahrbahn liegt vor ihm. Langsam setzt er seine Fahrt fort.

Winterdienst Straßenmeisterei Hemeskeil (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
An seinem Steuerpult kann Fabian Schmidt die Menge Salz und Salz-Wasser-Mischung bestimmen, die auf die Straße gegeben wird. Zudem sieht er hier die Außen- und Asphalttemperatur. Andrea Meisberger

Autofahrer teilweise rücksichtslos

Schmidt kann mit seinem Unimog maximal 60 km/h fahren. Wenn er bei Schnee räumen muss, sogar nur 40 km/h. Viele Autofahrer stört das, sagt Schmidt. Oft ließen sich diese dann zu gefährlichen Überholmanöver hinreißen.

"Es gibt immer welche, die es besonders eilig haben und dann überholen müssen. Manchmal hängen sie dann kurz danach im Graben."

Er würde sich freuen, wenn die Autofahrer ein bisschen mehr Rücksicht nehmen würden. Es mache viel mehr Sinn, hinter dem Streufahrzeug zu bleiben, anstatt riskant zu überholen und im schlimmsten Fall im Graben zu landen oder auch andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.

Am nächsten Tag geht es wieder von vorne los

Schmidts Arbeitstag endet erst um zwölf Uhr. Bis dahin sind noch viele andere Dinge zu tun - beispielsweise muss das Streuelement am Unimog sauber gemacht werden.

Ist sein Tag zu Ende, hat Schmidt am nächsten Tag Bereitschaft. Sollte es also in der Nacht schneien, muss er raus auf die Straßen und dort für die Sicherheit der Autofahrerinnen und Autofahrer sorgen.

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SWR