Spülwasser rauscht durch das Becken einer Toilette. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Ralf Hirschberger)

Wattestäbchen, Feuchttücher und Co

Wirtschaftsbetrieb Mainz warnt wegen Trockenheit vor Müll im Abwasser

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Hitzewellen und Trockenheit machen auch der Abwasserwirtschaft in Mainz zu schaffen. Denn weniger Wasser in den Kanälen bedeutet: mehr Müll bleibt darin hängen.

Feuchttücher, Wattepads, Taschen- und Küchentücher – alles Dinge, die eigentlich nicht in die Toilette gehören. Trotzdem landen sie immer wieder im Abwasser. Und das wird in diesen besonders trockenen Zeiten sogar zum noch größeren Problem, berichtet Christian Schulze vom Wirtschaftsbetrieb Mainz.

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Weil Regenwasser fehlt, bleibt Müll leichter hängen

"Durch etwa 70 Prozent unserer Kanäle fließt Mischwasser, also eine Mischung aus Abwasser und Regenwasser. Das Regenwasser fehlt aber jetzt", erklärt Schulze. Deswegen bleibe der Müll und damit auch ein Teil des Abwassers in den Kanälen liegen und könne anfangen zu stinken.

Abwasserkanäle müssen regelmäßig gespült werden

Die Teams des Wirtschaftsbetriebs würden die Kanäle regelmäßig und systematisch mit Wasser spülen. Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern über Gestank aus den Gullys habe es daher in den letzten Wochen noch nicht gegeben.

Grobe Abfälle bleiben im Rechen des Mainzer Klärwerks hängen  (Foto: Wirtschaftsbetrieb Mainz)
In diesem Rechen im Mainzer Klärwerk bleiben die gröbsten Abfälle aus dem Abwasser hängen. Wirtschaftsbetrieb Mainz

Müll könnte Pumpwerk zerstören

Dennoch sei der Appell an die Menschen derzeit umso wichtiger, bitte nichts in die Toilette zu werfen, was dort nicht hingehöre, so Schulze. "Wenn dieser Müll dann weitergespült wird, kann er sich im Pumpwerk verfangen und es beschädigen oder ganz zerstören."

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