Das grüne Mainzel-Ampelmännchen leuchtet am Ampelübergang Neubrunnenplatz in Mainz (Rheinland-Pfalz). Die bundesweit erste Mainzelmännchen-Ampel ist im November 2016 in Betrieb gegangen. (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Arnold)

Kommentar zur Mainzer Verkehrspolitik

Ob mit dem Auto oder dem Rad - "Die Stadt muss erreichbar bleiben"

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Sabine Steinbrecher
Sabine Steinbrecher ist Reporterin im SWR Studio Mainz (Foto: SWR, Daniel Brusch)

Die einen haben den Eindruck, in Mainz würden Autos immer mehr verdrängt. Die anderen fühlen sich mit dem Rad nicht sicher. Ein Kommentar von SWR-Redakteurin Sabine Steinbrecher.

Nach dem Verkehrschaos am Wochenende in Mainz wird vor allem die kombinierte Bus- und Fahrradspur in der Rheinstraße diskutiert und es gibt jede Menge Schuldzuweisungen im Mainzer Rathaus. Was bringt mir das als Mainzerin? Mir geht das Mit-dem-Finger-auf-den-anderen-Zeigen gehörig auf den Geist. Denn über das eigentliche Problem wird nicht gesprochen:

Wie kann ein Miteinander funktionieren? 

Ich bin Fußgängerin, Fahrradfahrerin und Autofahrerin. Die Frage ist nur, mit welchem Anteil mache ich was? Insofern finde ich es gut, wenn die Stadt Mainz bei mehrspurigen Straßen eine Spur für den Bus- und Radverkehr reserviert. Das bedeutet nämlich, dass ich mit dem Fahrrad schneller ans Ziel komme. Mir stolpert kein Fußgänger in die Spur, ich habe keine Baumwurzeln im Weg und ich muss nicht bei jeder Kreuzung die Luft anhalten, ob rechts ein Auto angeschossen kommt.

Außerdem schneiden mich keine E-Scooter und mir kommen keine Radfahrer entgegen. Auch das treibt mir auf kombinierten Geh-/Radwegen jedes Mal den Adrenalinspiegel hoch. Ich fühle mich auf vielen der sogenannten Mainzer Radwegen nicht sicher. Als Fußgängerin ist es übrigens oft auch nicht entspannter. Und da ich 50 plus bin, darf ich das sagen: Weil mir das Radfahren auf Gehwegen zu wild ist, nehme ich oft das Auto.

An einem Fahrradlenker ist eine Fahrradklingel mit Fahrradsymbol befestigt. Bei einer Rad-Demo in Mainz wird am Donnerstag eine Spur der Alicenbrücke für Autos gesperrt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Michael Bahlo)

Ich wünsche mir eine Stadt, die allen Verkehrsteilnehmern Wege gibt

Als Autofahrerin wünsche ich mir grüne Welle auf allen Vorfahrtsstraßen. Sinnvoll fände ich, wenn nachts die Ampeln in der Regel alle ausgeschaltet würden. Von den wenigen Menschen, die unterwegs sind, kann man erwarten, dass sie Stopp- und Vorfahrtsschilder lesen können. Das würde auch Abgase senken. 

Ich wünsche mir eine Stadt, die allen Verkehrsteilnehmern Wege gibt. In der keiner auf Gehwegen fährt und ich mit dem Rad auf der Straße fahren kann. Es wird immer Menschen geben, die auf das Auto angewiesen sind. Wer gehbehindert ist und zum Arzt muss, steigt nicht aufs Rad. Und auch nicht in den Bus.

Bitte weniger Schuldzuweisungen, mehr Mainz-Machen!

Mainz muss erreichbar bleiben. Und wenn es sich staut, dann bitte am Rand, außerhalb der Innenstadt. Auch wegen der Abgase. Wer mit dem Auto fährt und nicht mit dem ÖPNV, kann die längeren Anfahrtszeiten in Kauf nehmen. Liebe Politikerinnen und Politiker, bitte weniger Schuldzuweisungen, mehr Mainz-Machen! 

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