Ein Mitarbeiter vom Grün- und Umweltamt der Landeshauptstadt bewässert die Anpflanzungen in der Innenstadt am Dom. (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Arnold)

Langfristiger Plan

Mainz will Risiken des Klimawandels verringern

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Corinna Lutz
Corinna Lutz ist Reporterin im SWR Studio Mainz (Foto: SWR, Daniel Brusch)

Unwetter, Hitzewellen, Trockenheit: Mainz will nun eine Strategie entwickeln, wie sich die Landeshauptstadt an diese Gegebenheiten anpassen kann. Eine Auftaktveranstaltung fand am Montagabend statt.

Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, längere und häufigere Trockenzeiten, eine steigende Waldbrandgefahr, Starkregen, ein immer höheres Hochwasserrisiko und Stürme: So beschreibt der Weltklimarat die massiven Folgen des Klimawandels. Der Weltklimarat fasst unter anderem den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel für politische Entscheidungsträger zusammen.

Auftaktveranstaltung in Mainz

Der Mainzer Stadtrat hatte bereits 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Das bedeutet unter anderem, dass bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigt werden müssen.

Am Montagnachmittag erläuterte Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Bündnis 90/Die Grünen) vor rund 70 Interessierten, was es mit der "Strategie zur Anpassung an den Klimawandel für die Landeshauptstadt" auf sich hat.

Expertenworkshops nach der Sommerpause zum Klimawandel

Zunächst hatten Fachleute das Wort, die unter anderem darlegten, dass Mainz eine Region ist, die bundesweit den höchsten Temperaturanstieg und die meisten Hitzetage hat. Daher sei es unter anderem wichtig, Kaltluftentstehungsgebiete zu schützen, sagte Joachim Kelker vom Umweltamt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Auftaktveranstaltung konnten auch selbst mitdiskutieren. In fünf Themengruppen wurden zahlreiche Vorschläge gesammelt. Eine Forderung war, dass Klimaanpassung die höchste Priorität bei Planungen bekommen soll. Nach der Sommerpause sind in Mainz Expertenworkshops geplant. In rund zwei Jahren sollen alle Ergebnisse eine umfassende Strategie ergeben.

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Wiesbaden sucht heiße und kühle Orte

Auf der gegenüberliegenden Rheinseite in Wiesbaden erarbeitet die Stadt derzeit mit der Bevölkerung einen sogenannten Hitzeaktionsplan. Dazu soll unter anderem ein Stadtplan im Internet freigeschaltet werden. Wer möchte, kann besonders heiße oder angenehm kühle Orte im Stadtgebiet eintragen. Die Ergebnisse sollen auch in die Planungen der Stadtverwaltung einbezogen werden.

Worms hat Trinkwasserbrunnen aufgestellt

Die Stadt Worms hat bereits einen solchen Hitzeaktionsplan entwickelt. Gegenüber vom ehemaligen Kaufhof und am Bahnhof wurden beispielsweise zwei Trinkwasserbrunnen aufgestellt. Auch in Worms können Menschen kühle Orte melden, an denen sich Menschen bei Hitze aufhalten können. Der kühle historische Kreuzgang im Museum Andreasstift steht beispielsweise der Öffentlichkeit als "Klimaoase" kostenlos zur Verfügung.

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