Eine Warnsirene steht auf einem Dach (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Wie sind Kommunen aufgestellt?

Warntag in der Pfalz: Test der Sirenen war erfolgreich

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Beim bundesweiten Warntag sollten am Donnerstag um 11 Uhr lautstark die Sirenen in Städten und Gemeinden heulen. Hat das überall in der Pfalz geklappt?

Besonders schnell hatte die Stadt Speyer am Donnerstag ihre erste Bilanz des bundesweiten Warntages verschickt: Die Warnhinweise seien erfolgreich bei den Menschen angekommen, teilte die Verwaltung mit. Am Morgen um neun Uhr hätten die Feuerwehr und der Katastrophenschutz bereits die Technik der Einsatzfahrzeuge getestet, hieß es in der Mitteilung. Um 11 Uhr habe die Feuerwehreinsatzzentrale dann erfolgreich sämtliche Sirenen ausgelöst.

Warntag: Speyer zieht positive Bilanz

Als nächstes sei über mobile elektronische Lautsprecheranlagen gewarnt worden, so die Stadt, die auf jedes Fahrzeug angebracht und über den Zigarettenanzünder betrieben werden können. Außerdem habe es Warnmeldungen über Cell Broadcast und die Warn-Apps Katwarn, sowie Nina gegeben. Zumindest in der Verwaltung seien alle Alarme wie vorgesehen eingegangen.

Warnsirene auf einem Dach (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Warnsirene auf einem Dach Picture Alliance

Ausprobiert wurde am Warntag, ob man mit Sirenen, Warn-Apps sowie durch das Verschicken von Nachrichten auf Mobiltelefone alle Bürger rechtzeitig erreicht, um sie vor drohenden Katastrophen zu warnen. In Landau seien die Sirenen auch gut zu hören gewesen, sagten eine Stadtsprecherin. Das bestätigten auch Anwohner dem SWR.

Funktionierte Katwarn nicht?

Weniger erfolgreich waren möglicherweise die Warnungen per Handy. Der schrille Warnton über Cell Broadcast wurde zwar vielfach ausgelöst, in den sozialen Netzwerken im Internet kursieren aber Meldungen, dass keine Warnungen eingingen und beispielsweise die Warnapp Katwarn eine Viertelstunde zu spät alarmierte.

Neustadt: Neue Sirenen für 400.000 Euro

Auch in Neustadt lösten die Sirenen aus. Es war allerdings noch das alte Sirenensystem, dass bis zum Frühjahr durch neue Sirenen ersetzt werden soll. Beim letzten Warntag hatte sich das Sirenennetz der Stadt als lückenhaft erwiesen. Aus diesem Grund hat die Stadt 20 neue Sirenen für insgesamt 400.000 Euro bestellt. Sie sollen noch in diesem Winter in Betrieb gehen.

Viele Kommunen in der Vorder- und Südpfalz hatten nach dem Ende des Kalten Kriegs in den 1990er-Jahren ihre Sirenennetze abgeschaltet und abgebaut. So haben zum Beispiel die Orte in der Verbandsgemeinde Deidesheim gar keine Sirenen mehr.

Morderne Sirenen in Ludwigshafen, Speyer und Landau

In anderen Kommunen der Region hat man dagegen in den vergangenen Jahrzehnten das Sirenennetz gepflegt und modernisiert. Zum Beispiel in Ludwigshafen, Speyer und Landau. Die Stadt Landau sagt stolz, sie habe eines der modernsten Warnsirenen-Netze in Deutschland. 15 neue Anlagen wurden in den vergangenen Jahren montiert. Speyer hat die Zahl der Sirenen in der Stadt von 18 im Jahr 2000 auf jetzt 31 erhöht.

RLP

Sirenen, Handywarnung, Durchsagen Warntag in RLP - Gemischte Bilanz bei Sirenen und Handy-Meldungen

Wie gut können Menschen in Rheinland-Pfalz etwa vor Hochwasserkatastrophen gewarnt werden? Beim bundesweiten Warntag wurde das auch mit Probealarmen in RLP überprüft. Das Innenministerium zog eine gemischte erste Bilanz.

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In Ludwigshafen habe es trotz des neuen Systems dann aber eine Panne gegeben. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, reagierten fünf der insgesamt 26 modernen elektronischen Hochleistungs-Sirenen nicht und blieben stumm. Der Grund sei unbekannt. Man werde den Mangel aber umgehend beheben.

Alles digital in Römerberg-Dudenhofen

Die VG Römerberg-Dudenhofen teilte vor dem Warntag mit, sie habe als erste Kommunen im Rhein-Pfalz-Kreis ihre Sirenen digitalisiert. In den vier Orten der Verbandsgemeinde wurden sechs Sirenen digitalisiert und eine siebte neu montiert. 160.000 Euro hat das gekostet – und die Sirenen funktionieren laut Gemeinde sehr gut.

Andere Kommunen sind dagegen noch ganz am Anfang: Die Verbandsgemeinde Rheinauen hat 19 neue Sirenen bestellt. Auch in Mutterstadt, das vor über 20 Jahren alle Anlagen abmontiert hatte, sollen künftig wieder Sirenen heulen.

Ahrtal hat flächendeckend Sirenen

Dass ein flächendeckendes Sirenen-Netz schnell installiert werden kann, zeigt sich im Ahrtal. Nach der Flutkatastrophe mit 134 Todesopfern war kritisiert worden, dass die Bürger nicht per Sirene vor der Sturzflut gewarnt worden sind. Innerhalb eines Jahres wurden im Ahrtal 85 Sirenen auf Gebäuden und Masten montiert – im Wert von zwei Millionen Euro. Laut Kreisverwaltung Ahrweiler sind neben Alarmtönen auch Durchsagen in mehreren Sprachen möglich. Ein Test am 12. November sei erfolgreich verlaufen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Fliegen künftig Lautsprecher-Drohnen?

Der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz schlägt vor, künftig Warn-Möglichkeiten einzubeziehen, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Zum Beispiel Lautsprecher-Drohnen fliegen zu lassen, oder mit Blitzleuchten ein optisches Alarmsignal zu geben für Bürger, die schlecht oder gar nichts hören können.

Die Verbandsgemeinde Lambrecht probierte eine neue Warn-Möglichkeit bereits aus: Für insgesamt 24.000 Euro wurden vier mobile Warnanlagen gekauft. Sie werden an ein Fahrzeug montiert, das dann an Stellen fährt, an denen die Bürger gewarnt werden müssen.

Warntag: Bürger können Feedback geben

Die Kommunen in der Vorder- und Südpfalz wollen nach dem Warntag Bilanz ziehen. Was hat gut geklappt? Wo sind keine Warnungen angekommen? Bürger sollen ihre Erfahrungen schildern auf der Internetseite des Bundes.

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